Tochterunternehmen Aral will "normales" Superbenzin ab Sommer wieder flächendeckend anbieten BP rechnet auch künftig mit hohen Preisen bei Benzin und Diesel

Der Mineralölkonzern BP rechnet in Deutschland auch weiterhin mit hohen Preisen für Benzin und Diesel. Ursache sei der durch die wachsende Nachfrage aus Asien und durch den Produktionsausfall in Libyen gestiegene Rohölpreis, sagte der Chef von BP Europa, Uwe Franke, am Mittwoch in Düsseldorf. Vorwürfe der Preistreiberei zur Ferienzeit wies der Manager zurück.

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BP rechnet auch künftig mit hohen Preisen bei Benzin und Diesel

Düsseldorf (dapd). Der Mineralölkonzern BP rechnet in Deutschland auch weiterhin mit hohen Preisen für Benzin und Diesel. Ursache sei der durch die wachsende Nachfrage aus Asien und durch den Produktionsausfall in Libyen gestiegene Rohölpreis, sagte der Chef von BP Europa, Uwe Franke, am Mittwoch in Düsseldorf. Vorwürfe der Preistreiberei zur Ferienzeit wies der Manager zurück.

Bei dem umstrittenen Bio-Sprit E10 rudert der Mineralölkonzern unterdessen zurück. Bei seiner deutschen Tankstellenkette Aral will der Mineralöl-Multi ab dem Sommer neben E10 auch das "normale" Superbenzin wieder flächendeckend anbieten. Es soll allerdings pro Liter fünf Cent teurer sein als E10.

Dies bedeutet allerdings nicht den Verzicht auf den umstrittenen Biosprit. Im Gegenteil: Parallel zur Rückkehr des "normalen" Superbenzins will der Konzern E10 auch an den 1.200 Tankstellen einführen, die den Kraftstoff bisher nicht anbieten - etwa in Nordrhein-Westfalen.

Aral-Chef Stefan Brok betonte, er gehe davon aus, dass sich E10 trotz der aktuellen Probleme auf Dauer durchsetze. "E10 wird in der Zukunft das führende Benzinprodukt sein. Da bin ich sicher", sagte er. Derzeit liege der Anteil von E10 an den Tankstellen, wo es angeboten werde, bei rund 30 Prozent.

Langfristig rechnet BP ohnehin mit einem drastischen Rückgang des Mineralölverbrauchs. Bis zum Jahr 2030 werde der Verbrauch in Deutschland durch effizientere Autos, durch die Energiesparbemühungen im Wohnbereich und den wachsenden Einsatz erneuerbarer Energie um bis zu einem Drittel sinken, sagte Franke.

Im laufenden Jahr rechnet der Konzern allerdings mit einer widersprüchlichen Entwicklung. Die hohen Preise würden den Verbrauch vor allem bei Benzin und Heizöl senken. Bei Dieselkraftstoffen sei dagegen aufgrund der positiven Konjunkturentwicklung mit einem Absatz auf oder über Vorjahresniveau zu rechnen, erklärte Franke.

Mit einer Mineralölknappheit rechnet der Manager auch langfristig nicht. "In diesem Jahrhundert wird es kein Problem mit der Öl- oder Gasverfügbarkeit geben", sagte er. Aufgrund der rasanten Entwicklungen neuer, energiesparender Technologien werde wahrscheinlich der Höhepunkt beim Verbrauch schneller erreicht, als der Förderhöhepunkt des schwarzen Goldes.

dapd