"Ich werde auf keinen Fall eine wie auch immer geartete politische Aufgabe in Berlin übernehmen" Mappus will nicht in die Bundespolitik wechseln

Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) schließt einen Wechsel in die Bundespolitik aus. "Ich werde auf keinen Fall eine wie auch immer geartete politische Aufgabe in Berlin übernehmen", sagte Mappus den "Stuttgarter Nachrichten".

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Mappus will nicht in die Bundespolitik wechseln

Stuttgart (dapd-bwb). Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) schließt einen Wechsel in die Bundespolitik aus. "Ich werde auf keinen Fall eine wie auch immer geartete politische Aufgabe in Berlin übernehmen", sagte Mappus den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochausgabe). Er habe immer gesagt, dass er nicht in der Politik "enden", sondern irgendwann noch etwas anderes im Bereich der Wirtschaft machen wolle. Welche Aufgabe das sein werde, stehe noch nicht fest.

Mappus, der auch sein Amt als Landesparteichef abgibt, scheidet nach eigenen Angaben ohne Gram, aber mit Wehmut aus dem Amt. "Wenn man eine Aufgabe gerne macht und sie dann verliert, wäre es unnormal, wenn das nach zwei oder drei Tagen keine Rolle mehr spielt", sagte er. Er sei nach der Niederlage bei der Landtagswahl am 27. März "relativ schnell an dem Punkt" gewesen, an dem man sich sagt: "Das ist jetzt halt so, diese Situation muss man annehmen. Ich hatte bisher im Leben sehr viel Glück, nun habe ich auch mal richtig Pech gehabt. Aber ich bin nicht jemand, der Tag und Nacht hadert."

Mappus, der am Donnerstag (12. Mai) die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Winfried Kretschmann (Grüne) übergibt, zieht in dem Interview eine gemischte Bilanz. "Ich meinen 15 Monaten Amtszeit hatte ich keine zwei Wochen, in denen wir einmal in Ruhe arbeiten konnten." Der gescheiterte Polizeieinsatz gegen die "Stuttgart 21"-Gegner am 30. September in Stuttgart sei der Tiefpunkt der monatelangen Entwicklung gewesen. "Diese Bilder waren der Wendepunkt zum Negativen. Das wurde voll auf mich fokussiert", sagte er. Das Bild was dabei von ihm gezeichnet wurde, er "oftmals als ungerecht und rein politisch motiviert empfunden".

Rückblickend räumte Mappus aber auch eigene Fehler ein. Man könne sich "im Nachhinein" fragen, ob es richtig gewesen sei, "so vehement den Energiekonsens der Bundesregierung einzufordern und die Kritik an Bundesumweltminister Röttgen zu üben". Mit Blick auf die Atom-Katastrophe in Fukushima "war das in der Retroperspektive sicher nicht hilfreich, weil dadurch ein großes Glaubwürdigkeitsproblem entstand", sagte er.

dapd