Der Geschäftsklimaindex hat im ersten Quartal 2011 mit 87,5 Punkten "den besten Wert seit 1992 erreicht", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, zur aktuellen ZDH-Konjunkturumfrage unter 21.700 Handwerksbetrieben.
Handwerk erwartet deutliches Umsatzplus
Zu ähnlich guten Ergebnissen kommt auch die Konjunkturumfrage der Deutschen Handwerkszeitung. Auch hier stieg der Geschäftsklimaindex im ersten Quartal 2011 auf 86 Punkte nach 72 Punkte im Vorjahresquartal.
Angesichts der guten Zahlen korrigierte Schwannecke auch die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr nach oben. "Das Umsatzplus wird über drei Prozent liegen, deutlich mehr als die bisher erwarteten zwei Prozent", sagte er. Besonders erfreulich sei, dass alle Bereiche des Handwerks vom Aufschwung erfasst worden seien.
Sowohl die erhöhte Auslandsnachfrage als auch eine gestiegene Binnennachfrage wirkten sich positiv auf Auftragsreichweite, Betriebsauslastung und Investitionen aus. "Obwohl die Ertragslage sich nicht spürbar verbessern konnte, sind wieder mehr Betriebe bereit, in ihre Zukunft zu investieren", sagte Schwannecke.
Plus bei der Beschäftigung
Insgesamt rechnet der Verband mit einem leichten Plus bei der Beschäftigung von 0,5 Prozent oder 25.000 Mitarbeitern. Deutlich früher als in den Vorjahren kümmerten sich die Betriebe auch um neue Lehrlinge.
Am meisten vom Aufschwung profitieren laut der DHZ-Konjunkturumfrage der Wohnungs- und Wirtschaftsbau, die Zulieferer und das Kraftfahrzeuggewerbe. Insgesamt lag der Auftragsbestand im Gesamthandwerk zum Quartalsende bei 1,6 Monaten und hat das Vorjahresniveau wieder übertroffen (1,2 Monate).
Schwanecke stellte aber klar, das mit den erfreulichen Prognosen bis Jahresende "erst einmal wieder das Niveau vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise" erreicht werde. "Weiteres Wachstum ist möglich. Aber nur, wenn die Politik ebenso ihre Hausaufgaben macht wie die Betriebe", sagte er. Dazu gehöre eine "klare und verlässliche" Linie in der Energiepolitik genauso wie ein fester Zeitplan für eine Strukturreform bei der Einkommensteuer und mittelstandsfreundliche Finanzierungsbedingungen.
Energiewende bietet Chancen auf höhere Umsätze
Mit Blick auf die Energiewende sieht Schwannecke große Chancen, aber auch Risiken: „Das Handwerk wird von der Energiewende deutlich profitieren“, sagte er. Es gebe große Chancen für höhere Umsätze, mehr Beschäftigung und auch mehr Ausbildungsplätze. Dabei sieht Schwannecke den Schlüssel zum schnellen Erfolg der Energiewende vor allem in der Energieeffizienz und hier insbesondere im hohen Einsparpotenzial bei Gebäuden.
Wichtig sei jetzt eine verstetigte Energiepolitik, die neben einer Erhöhung der Förderung auf mindestens zwei Milliarden Euro auch steuerliche Anreize biete. Gleichzeitig müssten für eine nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung von Unternehmen und Privathaushalten sorgen.
Daneben wies Schwannecke auf die Gefahr hin, dass Einkommenszuwächse im Aufschwung gerade für kleine und mittlere Einkommen durch die kalte Progression leicht aufgefressen werden können. Bürgern und Betrieben müsste jetzt eine „verlässliche Entlastungsperspektive aufgezeigt werden.“ Auch müsste die bis zum Jahresende befristete Erweiterung der Ist-Besteuerungsgrenze für Umsätze von 250.000 auf 500.000 Euro beibehalten werden, um den Unternehmen den nötigen Liquiditätsspielraum zu geben.
Die Finanzierung der Unternehmen habe sich mit der verbesserten Wirtschaftslage zwar entspannt. Allerdings drohten erschwerte Bedingungen durch neue bankenaufsichtsrechtliche Regelungen (Stichwort: Basel III). Der Verband wolle darauf hinwirken, dass Kredite für den Mittelstand nicht für zu Risiko behaftet eingeschätzt würden.
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