Der Bundestagsabgeordnete Florian Toncar hat sich gegen einen vollständigen Wechsel an der FDP-Fraktionsspitze ausgesprochen.
FDP-Politiker Toncar gegen kompletten Wechsel an Fraktionsspitze
Köln (dapd). Der Bundestagsabgeordnete Florian Toncar hat sich gegen einen vollständigen Wechsel an der FDP-Fraktionsspitze ausgesprochen. "Ich glaube nicht, dass es nötig ist, dass die Fraktion sich an der Spitze komplett neu aufstellt. Man muss sich genau überlegen, ob es klug ist, wenn eine Regierungspartei auf allen möglichen Positionen jetzt Veränderungen vornimmt", sagte Toncar am Dienstag im Deutschlandfunk. Es komme darauf ein, eine vernünftige Arbeitsteilung zu erreichen.
"Das, was Birgit Homburger kann: ihre Durchsetzungskraft, ihr Verhandlungsgeschick und ihre Fähigkeit, sich in Themen schnell einzuarbeiten, sind allgemein anerkannt", fügte der FDP-Politiker, der Mitglied im Haushaltsausschuss ist, hinzu. Diese Fähigkeiten würden in der FDP weiter gebraucht. "Ob an der Fraktionsspitze oder nicht, das ist noch nicht entschieden".
Der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Friedrich Lindemann geht nicht davon aus, dass es in seiner Partei zu einer Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz kommen wird. In der FDP gebe es ein starkes Bedürfnis, mit der Personaldebatte "gemeinsam zu einem Ende" zu kommen, sagte der Politiker im Deutschlandradio Kultur. Den in die Kritik geratenen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle verteidigte er. Brüderle gehöre mit seiner Politik "zur Kernmarke der FDP", erläuterte Lindemann.
In den FDP-Führungstreit war am Montag Bewegung gekommen. Bundeswirtschaftsminister Brüderle erklärte sich bereit, sein Amt aufzugeben und die Nachfolge von FDP-Fraktionschefin Homburger anzutreten. Voraussetzung sei aber, dass die 46-Jährige nicht mehr kandidiere, hieß es am Rande einer zweitägigen Fraktionsklausur in Berlin. Sollte Brüderle Fraktionschef werden, könnte der designierte Parteivorsitzende Philipp Rösler das Bundeswirtschaftsministerium übernehmen, das er ohnehin dem Gesundheitsministerium vorzieht. Der nordrhein-westfälische Landeschef Daniel Bahr, heute bereits Staatssekretär unter Rösler, könnte an die Spitze des Gesundheitsressorts aufrücken.
dapd
