Die deutschen Unternehmen haben im März so viel exportiert wie noch nie in einem Monat. Auch die Einfuhren erreichten den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950.
Exportmotor auf Hochtouren
Berlin (dapd). Die deutschen Unternehmen haben im März so viel exportiert wie noch nie in einem Monat. Auch die Einfuhren erreichten den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag wurden Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 79,4 Milliarden Euro eingeführt. Die Ausfuhren waren um 15,8 Prozent und die Einfuhren um 16,9 Prozent höher als im März 2010.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte in Berlin: "Die Marke 'made in Germany' ist im Ausland äußerst beliebt." Die deutsche Exportwirtschaft habe sich auf den internationalen Märkten richtig positioniert und ihre Chancen im Aufschwung klug genutzt. Der deutsche Exporterfolg sei aber keine Einbahnstraße. "Die höchsten Einfuhrwerte seit Beginn der statistischen Erhebung unterstreichen, dass sich die Binnennachfrage weiter belebt und dies auch unseren Handelspartnern zugute kommt", sagte Brüderle.
"Mit den neuen Rekorden hat der Außenhandel die Krise nun endlich hinter sich gelassen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. Er verwies aber auch auf Risiken: So sei die brisante Lage in Libyen und Syrien nicht gebannt und könnte zu destabilisierenden Auswirkungen auf die gesamte Region führen. Auch sei die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Staaten im Euroraum keineswegs ausgestanden, wie die aktuelle Situation in Griechenland zeige.
Volkswirten zufolge lassen die Zahlen darauf schließen, dass der Außenhandel auch im ersten Quartal 2011 einen kräftigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet hat. Dies stütze Prognosen eines Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund einem Prozent. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die vorläufigen BIP-Zahlen am Freitag.
Der bisherige Höchstwert bei den Ausfuhren lag den Angaben zufolge im April 2008 bei 88,8 Milliarden Euro. Der bisher höchste Importwert wurde im November 2010 mit 74,1 Milliarden Euro erreicht. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Ausfuhren im März 2011 gegenüber Februar 2011 um 7,3 Prozent und die Einfuhren um 3,1 Prozent zu.
Die Außenhandelsbilanz schloss im März mit einem Überschuss von 18,9 Milliarden Euro ab. Im März 2010 hatte der Saldo 17,0 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss bei 15,2 Milliarden Euro.
Wie die Statistiker weiter berichteten, wurden im März in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union Waren im Wert von 58,8 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 51,3 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber März 2010 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 16,0 Prozent und die Importe aus diesen Ländern um 21,1 Prozent. Die Exporte in die Länder der Eurozone stiegen um 14,2 Prozent auf 39,7 Milliarden, die Einfuhren aus diesen Ländern nahmen um 20,8 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro zu.
In die Länder außerhalb der EU wurden im März Waren im Wert von 39,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 28,1 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber März 2010 nahmen die Exporte in die Drittländer um 15,4 Prozent und die Importe von dort um 9,9 Prozent zu.
Börner sagte, mehr noch als in den Monaten zuvor verteile sich die Nachfrage nach deutschen Produkten gleichmäßiger auf die Staaten innerhalb und außerhalb der EU. "Dadurch, dass die Importe sogar noch kräftiger gestiegen sind als die Exporte, profitieren unsere europäischen Nachbarn von der Konjunkturlokomotive Deutschland", sagte Börner.
dapd
