"Das Beste vom Besten" soll künftig bezahlt werden FTD führt Online-Bezahlschranke ein

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hat vor ihrem Internetangebot eine umfangreiche Bezahlschranke heruntergelassen. Wie Chefredakteur Steffen Klusmann am Montag in seinem Editorial schrieb, wurde die Seite um den Bereich "FTD-Premium" erweitert.

Foto: dapd

FTD führt Online-Bezahlschranke ein

Hamburg (dapd). Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hat vor ihrem Internetangebot eine umfangreiche Bezahlschranke heruntergelassen. Wie Chefredakteur Steffen Klusmann am Montag in seinem Editorial schrieb, wurde die Seite um den Bereich "FTD-Premium" erweitert. Inhalte dieser Rubrik basierten auf "besonders tiefgründigem Fachwissen" oder "aufwendigen Recherchen", für die 250 Redakteure weltweit unterwegs seien. "Als FTD-Premium kennzeichnen wir auf unserer Homepage also das Beste vom Besten. Deswegen kostet es auch etwas", so Klusmann. Einige Inhalte, darunter Nachrichten, sollten jedoch kostenfrei abrufbar bleiben.

Das Wirtschaftsblatt, gedruckt auf auffälligem lachsfarbenem Papier, gehört zum Verlag Gruner + Jahr, der eine Tochter von Bertelsmann ist. Die FTD erscheint von Montag bis Freitag ("börsentäglich") und hat laut Klusmann auch ein eigenes Miniprogramm ("App") für das iPad von Apple gestartet. Nichtabonnenten müssten pro iPad-Ausgabe 1,59 Euro zahlen und könnten Inhalte von "FTD Premium" für 2,20 Euro per "Tagespass" abrufen, allerdings nur maximal zehn Texte in 24 Stunden.

Derzeit überlegen viele Verlage, ihre Inhalte im Internet nicht mehr wie bisher rein werbefinanziert und damit für die Nutzer kostenfrei anzubieten. Mit Bezahlschranken arbeitet in Deutschland bereits etwa der Axel-Springer-Verlag, der für den Abruf vieler Texte seines "Hamburger Abendblatt" Einmalzahlungen oder ein Abonnement verlangt. Auch der Medienmogul Rupert Murdoch will - möglichst flächendeckend - weltweit auf Bezahlmodelle im Internet setzen. Eine erste Schranke hat er vor dem Angebot seiner britischen "Times" heruntergelassen. Im März hatte auch die "New York Times" die Zahlpflicht eingeführt.

dapd