"Allzu häufige Positionswechsel quittieren Mitglieder und Wähler mit großer Frustration" Boetticher warnt CDU vor schnellen Positionswechseln

Angesichts des heftigen Streits über den künftigen Atomkurs hat der schleswig-holsteinische CDU-Vorsitzende Christian von Boetticher seine Partei vor zu schnellen Richtungswechseln gewarnt. Boetticher sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe), die Union müsse zwar immer wieder ihre Positionen überprüfen.

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Boetticher warnt CDU vor schnellen Positionswechseln

Berlin (dapd). Angesichts des heftigen Streits über den künftigen Atomkurs hat der schleswig-holsteinische CDU-Vorsitzende Christian von Boetticher seine Partei vor zu schnellen Richtungswechseln gewarnt. Boetticher sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe), die Union müsse zwar immer wieder ihre Positionen überprüfen. "Aber allzu häufige Positionswechsel quittieren Mitglieder und Wähler mit großer Frustration".

Dass die Union nach der Reaktorkatastrophe in Japan mehrere Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet habe, habe viele in der Partei erstaunt. Schließlich sei damit nicht automatisch für mehr Sicherheit gesorgt. Eine Zeit lang habe man nicht gewusst, "ob es der Union nur noch darum geht, beim Atomausstieg die Grünen zu überholen".

Boetticher forderte, die Union dürfe sich bei der Erarbeitung des Konzepts zum Ausstieg aus der Atomenergie nicht zeitlich unter Druck setzen. "Bevor man unsauber arbeitet, nur damit man schnell ist, sollt man die Konzeptveröffentlichung verschieben", sagte er.

Boetticher nannte das Energiepapier, das an diesem Montag vom CDU-Vorstand beschlossen werden soll, als Zwischenpositionierung. Aus diesem Grund sei sie auch allgemein gehalten. "Es muss aber klar sein, dass das im Umfang noch nicht dem entspricht, was wir am Ende als Ergebnis der Debatte erwarten."

dapd