Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für die Auslieferung des rechtskräftig verurteilten NS-Kriegsverbrechers Klaas Faber an die Niederlande einzusetzen. Die zuständigen bayerischen Behörden könnten sich nicht länger der Forderung des Nachbarlandes widersetzen, sagte der Linken-Chef der "Rheinpfalz am Sonntag".
Linken-Chef Ernst: NS-Verbrecher in die Niederlande ausliefern
Landau (dapd). Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für die Auslieferung des rechtskräftig verurteilten NS-Kriegsverbrechers Klaas Faber an die Niederlande einzusetzen. Die zuständigen bayerischen Behörden könnten sich nicht länger der Forderung des Nachbarlandes widersetzen, sagte der Linken-Chef der "Rheinpfalz am Sonntag". Da sei auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert.
Faber sei ein verurteilter und flüchtiger NS-Massenmörder und lebe als Rentner in Ingolstadt. Die deutschen Verfolgungsbehörden hätten eine Auslieferung des 88-jährigen gebürtigen Niederländers jahrzehntelang verschleppt. Das sie keine Fahrlässigkeit gewesen. "Das riecht nach Vorsatz", sagte Ernst. Die deutschen Behörden hätten ihre Ablehnung bislang mit einem Erlass von Adolf Hitler aus dem Jahr 1943 begründet, nach dem alle ausländischen SS-Freiwilligen automatisch deutsche Staatsbürger seien.
Ernst bezeichnete die Vorgehensweise der deutschen Justizbehörden als einen "Schlag in das Gesicht der Holocaust-Opfer". Es sei ein Unding, wenn die höchsten Repräsentanten Deutschlands in den Gedenkstätten für die ermordeten Juden den Opfern Respekt erwiesen und zugleich einen flüchtigen ehemaligen SS-Mann und NS-Massenmörder jahrzehntelang Unterschlupf gewährten.
dapd
