GDL: Selektive Aussperrungen - Veolia kritisiert "militärisch geprägtes Vokabular" der Gewerkschaft Mitteldeutsche Regiobahn sperrt streikende Lokführer aus

In der Tarifauseinandersetzung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit den Privatbahnen verschärft sich der Ton. Der Veolia-Geschäftsführer und Regionalleiter Nord-Ost, Andreas Trillmich, warf der GDL in einer am Freitag in Leipzig veröffentlichten Stellungnahme vor, mit einem "militärisch geprägten Vokabular" die Ebene der Sachlichkeit verlassen zu haben.

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Mitteldeutsche Regiobahn sperrt streikende Lokführer aus

Leipzig (dapd-lsc). In der Tarifauseinandersetzung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit den Privatbahnen verschärft sich der Ton. Der Veolia-Geschäftsführer und Regionalleiter Nord-Ost, Andreas Trillmich, warf der GDL in einer am Freitag in Leipzig veröffentlichten Stellungnahme vor, mit einem "militärisch geprägten Vokabular" die Ebene der Sachlichkeit verlassen zu haben. Die Gewerkschaft erwecke den Anschein, es werde ein Krieg geführt und nicht eine Tarifauseinandersetzung.

Den Angaben zufolge hatte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky das Unternehmen zuvor der "Lügen, Heuchelei, Einschüchterung und Bedrohung" bezichtigt. Die Veolia Verkehr Deutschland GmbH, die in Sachsen die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) betreibt, bekräftigte ihren Standpunkt, dass es keinen Rahmenvertrag nur für die Lokführer geben werde. "Das bedeutet eine Aufspaltung der Belegschaft in die Triebfahrzeugführer einerseits und den Rest der Belegschaft andererseits", sagte Trillmich.

Die MRB stellte unterdessen Teile ihrer streikenden Lokführer-Belegschaft unbezahlt von der Arbeit frei. Mit den Aussperrungen solle der Großteil der Belegschaft geschützt werden, die normal ihrer Arbeit nachgingen, sagte MRB-Sprecher Jörg Puchmüller der Nachrichtenagentur dapd. Mehr als 80 Prozent der Lokführer beteiligten sich nicht an dem Streik. Zudem würden 80 Prozent des Zugverkehrs sichergestellt.

Die GDL kritisierte, dass die Aussperrungen selektiv erfolgten. "Es wurden die Kollegen ausgesperrt, bei denen es finanziell am meisten wehtut", sagte der stellvertretende Vorsitzende des GDL-Bezirks Mitteldeutschland, Peter Korleck. Das Unternehmen versuche damit, Kollegen gezielt unter Druck zu setzen. Die Verluste pro Tag beliefen sich für die Kollegen auf einen "zweistelligen Eurobereich", fügte Korleck hinzu. Die Gewerkschaft zahle ihren Mitgliedern jedoch seit Beginn des Arbeitskampfs ein Streikgeld.

Die GDL hatte am Morgen eine Verlängerung des Streiks bis Montag um 2.00 Uhr angekündigt. Ursprünglich waren die Lokomotivführer der privaten Konkurrenten der Deutschen Bahn bis Freitag um 14.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die GDL reagierte damit nach eigenen Angaben auf Einschüchterungsmaßnahmen der betroffenen Unternehmen.

dapd