Das zehnmillionste Fahrzeug seit der Eröffnung vor 47 Jahren ist am Freitag im Volkswagen-Werk Emden ausgeliefert worden. Werkleiter Jens Herrmann übergab das 170 PS starke Auto des Typs Passat Variant gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister an einen Privatkunden aus Hamburg. McAllister nutzte das Jubiläum zu einem Appell an die EU-Kommission.
VW Emden liefert zehnmillionstes Fahrzeug aus
Emden (dapd-nrd). Das zehnmillionste Fahrzeug seit der Eröffnung vor 47 Jahren ist am Freitag im Volkswagen-Werk Emden ausgeliefert worden. Werkleiter Jens Herrmann übergab das 170 PS starke Auto des Typs Passat Variant gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister an einen Privatkunden aus Hamburg. McAllister nutzte das Jubiläum zu einem Appell an die EU-Kommission. "Finger weg vom VW-Gesetz", sagte der CDU-Politiker in Emden.
"An dem Gesetz darf nicht gerüttelt werden. Wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist", fügte der Landeschef an. Das aus dem Jahr 1960 stammende Gesetz besagt, dass kein Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben kann und sichert dem Land Niedersachsen als Großaktionär zudem ein Vetorecht.
Einen weiteren Seitenhieb ließ McAllister in Richtung des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) folgen. "Ich freue mich im Gegensatz zu anderen Politikern über jedes gebaute und verkaufte Auto aus Deutschland", sagte McAllister. Kretschmann hatte gefordert, dass die deutschen Autobauer im Rahmen eines neuen Mobilitätskonzeptes künftig weniger Fahrzeuge produzieren sollen.
VW-Vorstand Michael Macht stellte die Bedeutung der Emder Autofabrik als "Leitwerk" der Passat-Produktion heraus. "Die nächsten zehn Millionen Fahrzeuge können kommen", sagte Macht. Ähnlich äußerte sich der Betriebsratsvorsitzende Peter Jacobs. Der Passat als "Raumwunder für Außendienstler und Familien" sei das zweite Aushängeschild des Konzerns hinter dem Golf, sagte Jacobs.
Im Hintergrund verfolgten die Emder VW-Arbeiter den Festakt. "Das erlebt man nicht jeden Tag", sagte Ernst Wirmann aus der Abteilung Qualitätssicherung. "Wenn wir keine Freigabe geben, verlässt kein Auto das Werk", fügte der seit 32 Jahren im Werk arbeitende Ostfriese hinzu. Das Jubiläumsfahrzeug habe die Kontrolle ohne Beanstandungen durchlaufen, sagte der 52-Jährige.
Im 1964 eröffneten VW-Werk Emden werden die Passat Limousine sowie exklusiv der Passat Variant und der Passat CC gefertigt. Im vergangenen Jahr liefen 226.000 Automobile vom Band. Zuvor war das Werk auf die Fertigung des Käfers spezialisiert. Bis zur Einstellung dieses Modells im Jahr 1978 wurden mehr als 2,3 Millionen Einheiten produziert. Der letzte in Deutschland gefertigte Käfer begrüßt noch heute in der Empfangshalle die Besucher.
Eine Besonderheit des Standortes ist die unmittelbare Nähe zum Emder Hafen, der als Umschlagplatz für alle VW-Konzernfahrzeuge dient. Hier werden rund eine Million Neufahrzeuge pro Jahr importiert und exportiert. Volkswagen ist mit mehr 8.700 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region.
dapd
