Das Handwerk sieht im Markt für Energiedienstleistungen eine große Herausforderung und Chance, um Wachstum und Beschäftigung im Handwerk zu sichern. Ein Konzept, das die Chancen für Handwerksbetriebe erläutert schein in Arbeit. Von Hajo Friedrich
Politik muss Handwerk bei Energie unterstützen
Dem Gebäudebereich komme eine maßgebliche, wenn nicht die entscheidende Rolle zu. Er sei der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz, erklärt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Auf Gebäude entfallen rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der schädlichen CO2-Emissionen in Deutschland.
Die Potentiale für Energieeinsparungen und Treibhausgas-Reduktionen seien enorm: Rund drei Viertel aller Wohngebäude wurden vor 1978 und damit vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Viele dieser Gebäude sind nach wie vor nicht nach energiesparenden Maßstäben saniert; sie verbrauchen unnötig viel Energie, produzieren hohe Kosten und belasten unnötig die Umwelt, erklärte der ZDH auf einer Tagung in Köln.
Nach Einschätzung des Handwerksverbandes liegen die Vorteile energiesparender Sanierungen auf der Hand: Die Energiekosten ließen sich je nach Zustand des Gebäudes um 50 Prozent und mehr reduzieren. In gut isolierten Wohnungen und Häusern halbierten sich allein die Heizkosten. Damit sei jede energiesparende Sanierung nicht nur eine Versicherung gegen künftige Energiepreissteigerungen, sondern es steige meist auch der Wohnkomfort. Die Substanz werde erhalten, der Wert der modernisierten Immobilie steige, zudem sei sie leichter verkäuflich oder besser zu vermieten.
Politik ist gefordert
Rahmenbedingungen und konkrete Angebote dafür könne nicht allein das Handwerk schaffen, sondern auch die Politik sei gefordert, hieß es in Köln. Aktivierungsimpulse seien erforderlich, um die Sanierungsrate bei Gebäuden zu erhöhen.
Die Politik müsse den in der Vergangenheit erfolgreich eingeschlagenen Weg eines klugen Instrumentenmix aus angemessenen ordnungsrechtlichen Vorgaben, nachhaltigen Förderanreizen sowie einer breiten Informationspolitik fortentwickeln und verstärken. Der ZDH selber denkt offenbar auch über Konzepte nach, wie Handwerker noch wirkungsvoller als Kunden Dienstleistungen anbieten können, die mittel- und langfristig zu enormen Einspareffekten führen.
Die starken Mittelkürzungen der Bundesregierung im CO2-Gebäudesanierungsprogramm in den Jahren 2010 und 2011 seien kontraproduktiv gewesen, hieß es auf der Tagung in Köln. Mit EU-Fördermitteln würden in der Regel neun Mal so hohe private Investitionen ausgelöst. Über diesen Multiplikatoreffekt werden Umsätze und Beschäftigung am Standort gesichert.
