Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer verteidigt sein Ziel, den Atomausstieg in zehn Jahren zu schaffen. "Dringende Entscheidungen fällen wir zügig", sagte Seehofer dem "Münchner Merkur" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. "Aber da wird nichts mit heißer Nadel gestrickt."
Ohne heiße Nadel
München (dapd). Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer verteidigt sein Ziel, den Atomausstieg in zehn Jahren zu schaffen. "Dringende Entscheidungen fällen wir zügig", sagte Seehofer dem "Münchner Merkur" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. "Aber da wird nichts mit heißer Nadel gestrickt."
Seehofer beklagte wechselnde Positionen seines Koalitionspartners FDP, der vor der Wahl in Baden-Württemberg auf einen schnellen Ausstieg gedrungen habe, jetzt aber bremse. "Ich frage mich, ob wir es uns in Bayern wirklich nicht zutrauen, in einem Jahrzehnt das Wesentliche eines großen gesellschaftlichen Projekts umzusetzen - den Umstieg von der Kernenergie hin zu anderen Energieträgern, zu Energiesparen und höherer Energieeffizienz", sagte er.
Seehofer räumte ein, dass die CSU das Bedürfnis der Bevölkerung, die Schöpfung für Kinder und Enkel zu bewahren, nicht zu jeder Zeit genügend berücksichtigt habe. Er forderte einen "neuen Gesellschaftsvertrag", der klar den Atomausstieg definiere, aber zugleich das Notwendige für den Umstieg auf neue Energieträger benenne. Neue Trassen für moderne Stromnetze gehörten dazu. Auch wolle er den Anreiz erhöhen, den auf dem eigenen Dach erzeugten Strom selbst zu nutzen statt ihn ins Netz einzuspeisen. "Ich möchte, dass wir in nicht allzu ferner Zeit zur Eigenversorgung der Eigenheime mit Strom kommen", sagte er.
dapd
