Münchner OB Ude und Frankfurter Amtskollegin Roth gelten als "Traumpaar" des Deutschen Städtetags "Auch in Zukunft ein gutes Tandem"

Der neue Städtetagspräsident Christian Ude (SPD) hat auch nach seiner Wahl zum Nachfolger von Petra Roth (CDU) keinen Zweifel: "Wir werden weiter ein gutes Tandem sein." Der Münchner Oberbürgermeister wechselt sich seit Jahren mit seiner Frankfurter Amtskollegin an der Spitze des kommunalen Spitzenverbands ab.

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"Auch in Zukunft ein gutes Tandem"

Stuttgart (dapd). Der neue Städtetagspräsident Christian Ude (SPD) hat auch nach seiner Wahl zum Nachfolger von Petra Roth (CDU) keinen Zweifel: "Wir werden weiter ein gutes Tandem sein." Der Münchner Oberbürgermeister wechselt sich seit Jahren mit seiner Frankfurter Amtskollegin an der Spitze des kommunalen Spitzenverbands ab. Am Donnerstag wurde Ude auf der Hauptversammlung in Stuttgart wieder zum Präsidenten gewählt, Roth zur Vizepräsidentin. Obwohl sie verschiedenen Parteien angehören, ziehen sie stets an einem Strang und sind auch Duzfreunde mit einem sehr guten persönlichen Verhältnis.

In der Antrittsrede nach seiner Wahl sprach Ude von einem "erfolgreichen Tandem, bei dem nicht wichtig ist, wer gerade vorne oder hinten sitzt, bei dem es vielmehr stets nur darauf ankommt, dass beide kräftig strampeln und vor allem die Richtung stimmt". In seiner Respekts- und fast Liebeserklärung für Mitstreiterin Roth hatte der neue Städtetagspräsident nur ein Problem: "Als ich Dir schon einmal nachfolgen durfte, 2005 ist das gewesen, habe ich Dich wegen Deines Kampfes für bessere Kommunalfinanzen die Jeanne d'Arc der deutschen Städte genannt. Das kann ich jetzt nicht mehr toppen", räumte Ude ein. "Aber ich kann Dir versichern, dass die Zusammenarbeit auch in den nächsten beiden Jahren weiterhin Spaß machen wird", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Seit 2003 arbeiten Roth und Ude in regelmäßig wechselnder Funktion als Präsident/in und Vizepräsident/in an der Spitze des deutschen Städtetags zusammen, noch länger sitzen beide gemeinsam in den Spitzengremien des Verbands. Und die Frankfurter Oberbürgermeisterin schätzt ihren Münchner Amtskollegen nicht minder als er sie. Im Gespräch mit dapd spricht sie von persönlicher Sympathie und nennt Ude einen hervorragenden Redner und begnadeten Kabarettisten. Eine Kostprobe davon erhielten am Rande des Städtetagskongresses die SPD-Delegierten der Hauptversammlung, vor denen der Münchner OB einen CSU-Mann spielte, der auf die SPD schimpft. "Wir haben Tränen gelacht", berichten Teilnehmer.

Ude war auch neben Bundeskanzler Helmut Kohl Hauptredner beim Empfang zum 60. Geburtstag von Petra Roth vor einigen Jahren im Frankfurter Römer. "Wir haben ein sehr gutes persönliches Verhältnis, das man schon als freundschaftlich bezeichnen kann", sagt der Münchner Oberbürgermeister. Die hervorragende Zusammenarbeit liege aber auch daran, "dass wir in der Sache so eng übereinstimmen", fügt der neugewählte Städtetagspräsident hinzu. Das gelte nicht nur für das Festhalten an der Gewerbesteuer als wichtigster Einnahmequelle der Kommunen, sondern auch für Fragen der Ökologie und des sozialen Ausgleichs. Diese gemeinsame Linie über Stadt- und Parteigrenzen hinweg gibt dem Deutschen Städtetag im Ringen mit den ungleich stärkeren Ebenen Bund und Länder Gewicht. "Deshalb sind wir so gefürchtet", drückt es Ude ironisch aus.

Das sieht Roth nicht anders: "Schließlich haben wir ja die gleichen Probleme. Deshalb spielt Parteipolitik keine Rolle" Und die christdemokratische Frankfurter Oberbürgermeisterin erzählt, dass sie der Sozialdemokrat Ude auch schon mal zum Münchner Oktoberfest eingeladen hat. Und sie sei auch schon mit ihm und seiner Frau essen gewesen.

Vielen Kommunalpolitikern gelten die "schwarze" Roth und der "rote" Ude geradezu als Traumpaar an der Spitze des Städtetags, die sich auch in den Gesprächen mit Bundespolitikern und Länderchefs ideal ergänzen. Zum Ende ihrer letzten Amtszeit 2013 werden sie genau ein Jahrzehnt lang in gemeinsam in diesen Funktionen tätig gewesen sein. Dann allerdings ist unwiderruflich Schluss. Roth scheidet 2013 als Oberbürgermeisterin aus, Ude 2014. Bei der nächsten Hauptversammlung des Deutschen Städtetags wird also ein neues Spitzenduo für die Kommunen gefunden werden müssen. Schön für Roth, dass sie dann in der eigenen Stadt verabschiedet werden: Die nächste Hauptversammlung 2013 findet in Frankfurt am Main statt. In München war erst vor vier Jahren eine.

dapd