Die Stromkonzerne haben zusätzlich zum Moratorium der Bundesregierung weitere Blöcke von Atomkraftwerken für Revisionsarbeiten stillgelegt. Ausgeglichen wird dies durch Importe, vor allem aus Frankreich. Der Anteil der Atomenergie an der deutschen Stromproduktion wird laut "Bild"-Zeitung im Mai auf rund elf Prozent sinken, von 23 Prozent im Jahresschnitt 2010.
Stromkonzerne legen Atomkraftwerke zur Revision still
Berlin (dapd). Die Stromkonzerne haben zusätzlich zum Moratorium der Bundesregierung weitere Blöcke von Atomkraftwerken für Revisionsarbeiten stillgelegt. Ausgeglichen wird dies durch Importe, vor allem aus Frankreich. Der Anteil der Atomenergie an der deutschen Stromproduktion wird laut "Bild"-Zeitung im Mai auf rund elf Prozent sinken, von 23 Prozent im Jahresschnitt 2010. Grund sei, dass von 17 deutschen Kernkraftwerken seit Anfang Mai nur noch sechs am Netz seien.
Eine RWE-Sprecherin sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd, Hintergrund sei, dass die Revisionsstillstände möglichst in die verbrauchsarme Zeit des Mai gelegt würden. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn erklärte in Berlin: "Mit jedem weiteren abgeschalteten AKW fallen die Lügengebäude zusammen, dass Deutschland so dringend auf die Reaktoren angewiesen ist. Weder die Strompreise an der Börse noch die Importe aus den Nachbarstaaten sind nennenswert gestiegen."
Am Donnerstagmorgen von 9.00 bis 10.00 Uhr importierte Deutschland laut der Webseite Entsoe.net netto 4.171 Megawatt bei einem Verbrauch von 46.641 Megawatt. Das waren knapp neun Prozent.
Laut RWE waren die Blöcke Gundremmingen B und Biblis B wegen der Revision vom Netz, bei der Brennelemente ausgetauscht werden sollten. Biblis A stehe still wegen des Moratoriums der Bundesregierung. Es liefen nur noch die Blöcke Gundremmingen C und Emsland.
Bei E.ON wurde Grohnde am Montag und Grafenrheinfeld am 26. März wegen der Revision abgeschaltet, Isar 1 steht wegen des Moratoriums, wie ein Sprecher erklärte. Nur Brokdorf und Isar 2 liefen. Die Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel stehen ohnehin seit längerem still.
Die größten Strommengen kamen am Donnerstag laut Entsoe.net aus Frankreich, 3.009 Megawatt. Aus Dänemark wurden 984 Megawatt importiert. Aus Tschechien flossen 758 Megawatt, aus den Niederlanden 568 und aus Polen 115. Gleichzeitig exportierte Deutschland aber 660 Megawatt in die Schweiz und 603 Megawatt nach Österreich.
"Die Welt" hatte berichtet, dass bis Ende Mai zwei weitere Atomkraftwerke zur Revision abgeschaltet würden und dann nur noch vier am Netz sein würden.
dapd
