DHZ-Konjunkturspiegel Handwerk erwartet Umsatzanstieg

Die Handwerkskonjunktur blieb im Schlussquartal 2009 auf moderatem Erholungskurs, nachdem zur Jahresmitte der Tiefpunkt überwunden wurde. Das ergab die DHZ-Konjunkturumfrage für das vierte Quartal 2009. Von Andreas Bücherl und Lothar Semper

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Handwerk erwartet Umsatzanstieg

Zum einen wirkten die staatlichen Fördermaßnahmen konjunkturstimulierend und zum anderen gingen vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld weniger kontrahierende Effekte aus. Der Geschäftsklimaindex für den Berichtszeitraum lag bei 71 Punkten und hat damit erstmals seit Rezessionsbeginn wieder das Vorjahresniveau (67 Punkte) übertroffen.

Die Beschäftigung war in den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres vorwiegend aus saisonalen Gründen rückläufig. Die Abnahme fiel verhalten aus, weil das Baugewerbe dank der staatlichen Stützungsmaßnahmen kaum Mitarbeiter entlassen musste. Auch bei den Zulieferern dürfte sich der Abwärtstrend zumindest vorerst verlangsamt haben, nachdem in den Vormonaten bereits eine deutliche Personalanpassung erfolgt ist. In den übrigen Branchen blieb die Beschäftigtenzahl seit dem Sommer weitgehend konstant. Ende Dezember 2009 dürfte die Beschäftigtenzahl rund zwei Prozent niedriger gewesen sein als vor einem Jahr.

Der Auslastungsgrad lag im Schlussvierteljahr etwas niedriger als im Vorquartal. Hauptgrund für den Rückgang auf 75 Prozent war der übliche Saisonabschwung. Von konjunktureller Seite gingen nach wie vor gegenläufige Effekte aus. Insgesamt reichte es aber zu einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahresstand.

Beim Auftragseingang war eine gewisse Bodenbildung festzustellen. Unter der Konjunkturkrise hatte in erster Linie noch der Maschinenbau zu leiden. Dessen Ordereingänge lagen – trotz Besserung seit dem Frühsommer – noch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Bausektor wurden die rückläufigen gewerblichen Bauaufträge durch die Aufwärtsentwicklung im öffentlichen Bau und die verbesserte Wohnungsbaunachfrage zum Teil kompensiert. Das Kraftfahrzeuggewerbe verzeichnete erst im Dezember den erwarteten Nachfrageknick bei den Neuwagenbestellungen. Am Ende des 4. Quartals lag die Auftragsreichweite des Gesamthandwerks bei 1,2 Monaten und damit knapp über dem Vorjahreswert.

Die Umsatztätigkeit hat gegenüber dem Vorquartal vorwiegend saisonal an Tempo gewonnen. Die konjunkturellen Bremskräfte haben sich gegen Jahresende abgeschwächt. So dürfte der Rückstand des Umsatzvolumens im 4. Quartal 2009 zum entsprechenden Vorjahreswert deutlich geringer geworden sein.

Die Investitionsneigung der Firmen ist zwar erneut leicht gestiegen, war aber weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Ein Großteil der Betriebe hat angesichts freier Kapazitäten, verhaltener Konjunkturaussichten und einer angespannten Ertragslage eher vorsichtig in Fahrzeuge, Maschinen und Bauten investiert.