Vertreter der Umweltverbände, die an diesem Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) über einen schnelleren Atomausstieg sprechen, fordern von der Regierung klare Abschaltdaten für die deutschen Atomkraftwerke.
Umwelthilfe: Atomausstieg auch ohne Konsens mit Energiekonzernen
Frankfurt/Main (dapd). Vertreter der Umweltverbände, die an diesem Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) über einen schnelleren Atomausstieg sprechen, fordern von der Regierung klare Abschaltdaten für die deutschen Atomkraftwerke.
Zudem müsse der Atomausstieg dieses Mal auch ohne Konsens mit den Energiekonzernen vollzogen werden, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe). "Durch den großen überparteilichen Konsens nach Fukushima besteht jetzt die Chance, der Wirtschaft klare Vorgaben zu machen", sagte er. "Es geht nicht mehr um einen Ausstieg im Konsens."
Baake, der als Grünen-Politiker und damaliger Umweltstaatssekretär den rot-grünen Atomkonsens mitverhandelte, fordert eine Abkehr vom System der begrenzten Reststrommengen. "Die Regelung wurde von den Konzernen missbraucht, indem sie Strommengen bis zum erhofften Regierungswechsel aufsparten." Jetzt müsse ein "klares Kalendermodell" ins Atomgesetz: "Die Festlegung einer genauen Jahreszahl seit Inbetriebnahme bis zum Ablauf der Betriebsgenehmigung. Im Atomgesetz muss stehen, dass kein Reaktor länger als 28 Kalenderjahre betrieben werden darf."
dapd
