Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat verwundert auf die Attacken aus der CSU reagiert. "Ich finde das erstaunlich, dass Leute mich beurteilen, die noch nie mit mir gesprochen haben", sagte Kretschmann in der Sendung "Kontrovers" des Bayerischen Rundfunks.
Erstaunt über die Schärfe
München (dapd). Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat verwundert auf die Attacken aus der CSU reagiert. "Ich finde das erstaunlich, dass Leute mich beurteilen, die noch nie mit mir gesprochen haben", sagte Kretschmann in der Sendung "Kontrovers" des Bayerischen Rundfunks.
Die CSU hatte am vergangenen Wochenende der designierten baden-württembergischen Landesregierung den Kampf angesagt. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach am Samstag von einem Wettbewerb der Systeme. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bezeichnete Kretschmann als Fehlbesetzung, die Grünen als politischen Arm von Krawallmachern, Steinewerfern und Brandstiftern. Zudem rief er baden-württembergische Firmen zur Übersiedlung nach Bayern auf.
Kretschmann sagte, er wolle Dobrindts Worte nicht auf die Goldwaage legen. Vielmehr kündigte er an, offen auf Bayerns Ministerpräsident Seehofer zuzugehen. "Ich werde schauen, dass ich mit Herrn Seehofer möglichst bald einen Termin mache", sagte Kretschmann. Er und Seehofer würden "erstmal wie erwachsene Menschen reden, Probleme austauschen und auf eine gute Ebene kommen", zeigte sich der Grünen-Politiker zuversichtlich. Es gebe keinen Grund für feindliche Gefühle gegenüber Seehofer.
"Wir sollten aus den Schützengräben heraus und keine ideologischen Stellvertreterkriege führen, sondern uns pragmatisch über die Herausforderungen der Zukunft unterhalten", appellierte der Grünen-Politiker an die CSU. Nach Kretschmanns Worten gibt es viele Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit Bayern, zum Beispiel in der Agrarpolitik. Auch beim Länderfinanzausgleich will er mit dem Freistaat an einem Strang ziehen.
dapd
