"Man kann sich als Mensch und erst recht nicht als Christ über den Tod eines Menschen freuen" Ruhrbischof Overbeck sieht Freude über bin Ladens Tötung kritisch

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat Äußerungen der Freude über den Tod des Top-Terroristen Osama bin Laden kritisiert. "Man kann sich als Mensch und erst recht nicht als Christ über den Tod eines Menschen freuen", sagte Ruhrbischof Overbeck den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. "Das gilt auch, wenn er ein Gewalttäter war."

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Ruhrbischof Overbeck sieht Freude über bin Ladens Tötung kritisch

Essen (dapd-nrw). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat Äußerungen der Freude über den Tod des Top-Terroristen Osama bin Laden kritisiert. "Man kann sich als Mensch und erst recht nicht als Christ über den Tod eines Menschen freuen", sagte Ruhrbischof Overbeck den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Mittwochausgaben). "Das gilt auch, wenn er ein Gewalttäter war." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Montag erfreut gezeigt, "dass es gelungen ist, bin Laden zu töten".

Der Bischof von Essen erklärte, die Würde eines Menschen sei immer zu achten. "Es wäre besser gewesen, wenn sich bin Laden vor einem Gericht seiner Verantwortung gestellt hätte."

Overbeck nahm auch zu der Frage Stellung, ob ein "Tyrannenmord" gerechtfertigt sei. Die Kirche werde eine solche Form der Tötung niemals gutheißen, sagte der Ruhrbischof. Sie werde immer daran erinnern, dass es auch bei Tyrannen eine strenge ethische Abwägung geben müsse. Aber er wies zugleich darauf hin, dass bin Laden eine "unendliche Blutspur hinterlassen" habe - nicht nur mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Er habe auch den Tod vieler Muslime zu verantworten.

dapd