Interne Ermittlungen von Bayerns Landesbank in der Formel-1-Affäre bringen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe) den Chef der Rennserie, Bernie Ecclestone, in Bedrängnis. Das gehe aus einem Bericht von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) über den Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an den Finanzinvestor CVC hervor.
Ermittlungen der BayernLB belasten Formel-1-Chef
München (dapd). Interne Ermittlungen von Bayerns Landesbank in der Formel-1-Affäre bringen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe) den Chef der Rennserie, Bernie Ecclestone, in Bedrängnis. Das gehe aus einem Bericht von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) über den Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an den Finanzinvestor CVC hervor. Von diesem Verkauf "scheint vor allem Ecclestone profitiert zu haben", heißt es in dem Bericht, den Fahrenschon dem Landtag schickte. Fahrenschon leitet den Verwaltungsrat, der die Staatsbank kontrolliert.
Den Verkauf der Formel 1 an CVC hatte bei der Landesbank der damalige Risiko-Vorstand Gribkowsky eingefädelt, der anschließend heimlich mehr als 40 Millionen Dollar von Ecclestone kassierte. Gribkowsky habe die Verkaufsverhandlungen "im Wesentlichen allein geführt und auch alle Verträge unterschrieben", berichtet Fahrenschon. Ecclestone soll dabei mehrfach profitiert haben.
Die Münchner Staatsanwaltschaft untersucht, ob solche Vorteile Anlass für eine Schmiergeldzahlung von Ecclestone an Gribkowsky gewesen sein könnten. Aufklären lässt sich das nach Einschätzung von Fahrenschon durch die Landesbank nicht allein, sondern nur mit Hilfe der Staatsanwaltschaft. Dort hat Ecclestone ausgesagt, er sei von Gribkowsky erpresst worden und habe deshalb die Dollar-Millionen gezahlt. Gribkowsky habe gedroht, pikante Steuer-Details über seine Geschäfte zu veröffentlichen, erklärte Ecclestone.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ecclestone und gegen Gribkowsky. Beide beteuern, unschuldig zu sein. Gribkowsky behauptet, die Dollar-Millionen seien Beraterhonorare von Ecclestone gewesen.
dapd
