Erdbeben, Fluten und von Frost vernichtete Ernte haben beim weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück im ersten Quartal zu einer extremen Belastung durch Großschäden in Höhe von 572 Millionen Euro geführt. In den ersten drei Monaten habe die Großschadensbelastung bereits das Budget des Gesamtjahres von 530 Millionen Euro übertroffen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hannover mit.
Hannover Rück leidet unter Naturkatastrophen
Hannover (dapd). Erdbeben, Fluten und von Frost vernichtete Ernte haben beim weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück im ersten Quartal zu einer extremen Belastung durch Großschäden in Höhe von 572 Millionen Euro geführt. In den ersten drei Monaten habe die Großschadensbelastung bereits das Budget des Gesamtjahres von 530 Millionen Euro übertroffen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hannover mit. Nur durch Einmaleffekte wie eine Steuererstattung sei ein Quartalsgewinn von 52,3 Millionen Euro erreicht worden.
Hannover-Rück-Finanzvorstand Roland Vogel zufolge summierten sich positive Einmaleffekte im ersten Quartal auf 320 Millionen Euro und verhinderten so rote Zahlen. 113,5 Millionen Euro habe das Unternehmen durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs zur Besteuerung ausländischer Töchter vom Finanzamt zurückerhalten, sagte Vogel. Zu einem Effekt von 60 Millionen Euro hätten Kurssteigerungen von Inflations-Swaps geführt, die zur Sicherung von Rückstellungen abgeschlossen worden seien. Zum Quartalsergebnis hätten zudem einmalige Abwicklungen nicht mehr notwendiger Schadensreserven mit 150 Millionen Euro beigetragen.
Der Finanzchef bezeichnete es als notwendig, "in einer solchen Situation etwas weniger konservativ auf die Schadenreserven zu schauen". Insgesamt erwirtschaftete die Hannover Rück im ersten Quartal aus Kapitalanlagen 392 Millionen Euro - 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn bleibe mit 52,3 Millionen Euro aber "deutlich hinter unseren Erwartungen zurück", sagte Vogel. Im Vorjahresquartal hatte der Rückversicherer noch 151 Millionen Euro Gewinn verbuchen können.
Wegen des von Großschäden geprägten ersten Quartals erwartet der Rückversicherer auch im Gesamtjahr weniger Gewinn. Man habe das Gewinnziel für 2011 von 650 Millionen auf 500 Millionen Euro reduziert, erklärte das Unternehmen. Voraussetzung sei, dass sich die Aufwendungen für Großschäden nunmehr im Rahmen der Erwartungen bewegten. Für die Quartale zwei bis vier hat die Hannover Rück noch 410 Millionen Euro an Belastungen durch Großschäden eingeplant.
Im ersten Quartal überstieg die Großschadensbelastung in Höhe von 572 Millionen Euro die vom Unternehmen eingeplante Summe nach Angaben von Vogel um 452 Millionen Euro. Dabei schlugen Erdbeben und Tsunami in Japan allein mit 232 Millionen Euro zu Buche. Obwohl es noch Unsicherheiten bei der Bezifferung der Schäden durch Betriebsunterbrechungen in Japan gebe, sehe sich das Unternehmen mit dieser Belastungssumme "relativ auf der sicheren Seite", sagte der Finanzvorstand.
Die Belastungen für die Hannover Rück durch das schwere Erdbeben in Neuseeland belaufen sich nach Angaben des Unternehmens auf 152 Millionen Euro. 52 Millionen Euro wird der Rückversicherer voraussichtlich für die Folgen der Flut in Brisbane in Australien aufwenden. Mit 54 Millionen Euro wurde der Großschadensetat zudem im ersten Quartal durch die Vernichtung der Maisernte in mehreren Staaten Mexikos belastet. Einen derart strengen Frost wie in diesem Jahr habe es in dem betroffenen Gebiet seit Beginn der Wetteraufzeichnung nicht gegeben, sagte Finanzvorstand Vogel.
dapd
