Nach der Tötung Osama bin Ladens fordern nun auch die Grünen im Bundestag das Ende des NATO-Einsatzes in Afghanistan.
Grüne fordern Ende des NATO-Einsatzes in Afghanistan
Osnabrück (dapd). Nach der Tötung Osama bin Ladens fordern nun auch die Grünen im Bundestag das Ende des NATO-Einsatzes in Afghanistan. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte Grünen-Außenexperte Hans-Christian Ströbele: "Der Tod von Osama bin Laden sollte der Schlusspunkt für den NATO-Einsatz in Afghanistan sein." Bislang hatte nur die Linksfraktion ein Ende des NATO-Einsatzes am Hindukusch gefordert.
Das Ziel der militärischen Intervention, die Verantwortlichen des 11. Septembers 2001 zur Strecke zu bringen, sei nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs erreicht. "Die zentrale völkerrechtliche Rechtfertigung für den Einsatz in Afghanistan ist damit entfallen", erklärte Ströbele.
Der Grünen-Politiker forderte, "rasch Verhandlungen mit den Taliban über einen Waffenstillstand aufzunehmen". Die ausländischen Truppen müssten sich ab sofort auf Selbstverteidigung und Nothilfe für die Bevölkerung beschränken, um den Weg für Friedensgespräche mit den Taliban zu ebnen. "Es muss Schluss damit sein, diejenigen gezielt zu jagen, mit denen man über einen Friedensschluss verhandeln will."
Ströbele forderte die Bundesregierung auf, "noch im Laufe dieses Jahres einen ersten Teil der deutschen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen". Deutschland könne hier als drittgrößter Truppensteller in der NATO mit gutem Beispiel vorangehen.
dapd
