4.000 Teilnehmer kamen zur zentralen DGB-Veranstaltung nach Kassel DGB-Chef Sommer warnt vor "Reservoir für Ausbeutung"

Die Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa droht nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds zu einem "Reservoir für Ausbeutung" zu werden. Vor dieser Entwicklung warnte der Vorsitzende Michael Sommer auf der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai am Sonntag in Kassel.

Foto: dapd

DGB-Chef Sommer warnt vor "Reservoir für Ausbeutung"

Kassel (dapd). Die Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa droht nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds zu einem "Reservoir für Ausbeutung" zu werden. Vor dieser Entwicklung warnte der Vorsitzende Michael Sommer auf der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai am Sonntag in Kassel.

Die Menschen aus Osteuropa "sind uns willkommen", sagte Sommer. Nicht nicht willkommen seien den Gewerkschaften die Arbeitgeber, die diese Menschen "zum Lohndumping missbrauchen wollen". Der DGB-Chef verlangte einen Mindestlohn, eine Meldepflicht für alle Arbeitsverhältnisse und verschärfte Kontrollen, um die Gefahren der seit dem 1. Mai geltenden erweiterten Freizügigkeit abzuwenden.

4.000 Teilnehmer kamen nach den Angaben des Veranstalters zur zentralen DGB-Veranstaltung nach Kassel, die unter dem Motto "Das ist das Mindeste! Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit!" stand.

Sommer forderte auch den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft. Das von Rot-Grün geplante Ende dieser Technologie sei der richtige Schritt gewesen. Sommer kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie diesen Weg verlassen habe. "Atomenergie ist keine Brückentechnologie, diese Brücke ist in Fukushima endgültig eingestürzt", sagte Sommer. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, einen "annehmbaren Fahrplan für den endgültigen Atomausstieg" zu erarbeiten.

dapd