EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert Deutschland dazu auf, eine neue, ergebnisoffene Diskussion über die Frage eines Atommüll-Endlagers zu führen. "Es kann nicht mehr sein, dass die Standortsuche wie ein 'Schwarze-Peter'-Spiel weitergegeben wird und bei jeder Regierung zu den unerledigten Akten kommt", sagte Oettinger den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe).
Oettinger fordert ergebnisoffene Diskussion über Endlager-Standort
Stuttgart (dapd). EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert Deutschland dazu auf, eine neue, ergebnisoffene Diskussion über die Frage eines Atommüll-Endlagers zu führen. "Es kann nicht mehr sein, dass die Standortsuche wie ein 'Schwarze-Peter'-Spiel weitergegeben wird und bei jeder Regierung zu den unerledigten Akten kommt", sagte Oettinger den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe).
Oettinger lobte damit indirekt die Haltung des künftigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Kretschmann hatte in der vergangenen Woche zu einer bundesweiten Standortsuche nach einem Endlager-Standort aufgefordert und zugleich die Bereitschaft erklärt, auch im Südwesten nach einem Standort suchen zu lassen. Voraussetzung sei allerdings, dass zuvor alle Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet würden.
Oettinger stärkte in diesem Zusammenhang Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Rücken, der die Frage der Zwischen- und Endlagerung in den angestrebten Energiekonsens in Deutschland einbauen will. "Das ist der richtige Weg", sagte der EU-Energiekommissar.
dapd
