Anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken des inhaftierten chinesischen Künstlers Ai Weiwei in Berlin haben die Grünen die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert.
Grüne fordern mehr Einsatz für Freilassung Ai Weiweis
Berlin (dapd). Anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken des inhaftierten chinesischen Künstlers Ai Weiwei in Berlin haben die Grünen die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. "Die demokratische Öffentlichkeit und die Kulturszene erwarten zu Recht von der Bundesregierung, sich glaubwürdig und nachdrücklich für die Freilassung des Künstlers einzusetzen, statt nur warme Worte zu finden", erklärten Grünen-Chefin Claudia Roth und die Sprecherin für die auswärtigen Beziehungen der EU, Viola von Cramon.
Es sei nicht hinnehmbar, dass die chinesische Regierung Ai nicht nur kriminalisiere, sondern ihn wie einen Entführten im rechtsfreien Raum behandele, hieß es weiter. Diese Gesichtspunkte müssten auf allen Kontaktebenen mit China deutlich gemacht werden. Alles andere wäre ein Zeichen der Unglaubwürdigkeit und würde einer konsistenten Menschenrechtspolitik schaden. Ai war am 3. April inhaftiert worden und ist seitdem verschollen.
"Wir würden die Bundesregierung darin unterstützen, wenn sie sich mit konkreten Schritten dafür einsetzen würde, Ai Weiweis Pläne, ein Atelier in Berlin zu eröffnen, tatsächlich zu realisieren", erklärten Roth und von Cramon. Ai hatte angekündigt, in Berlin ein Atelier eröffnen zu wollen. Bei der Ausstellungseröffnung seiner Werke in der Berliner Galerie Neugerriemschneider am Freitag wollte er ursprünglich dabei sein.
Die beiden Grünen-Politikerinnen lehnten jedoch einen Abbruch der mit 6,6 Millionen Euro vom Auswärtigen Amt geförderten Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking ab, die am 1. April eröffnet worden war. Zwar könne man solche Forderungen nachvollziehen. "Dennoch halten wir eine vorzeitige Schließung nicht für das richtige Signal. Denn wir brauchen noch mehr derartige Kooperationsprojekte mit China, die in unterschiedlichsten Zusammenhängen Kanäle für den Austausch schaffen."
dapd
