Beim Autohersteller Daimler beispielsweise ist aus Anlass der Hochzeit nichts geplant Royale Hochzeit belastet deutsche Wirtschaft in Millionenhöhe

Die weltweit und mit Spannung erwartete Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton könnte die deutsche Wirtschaft mit einem deutlich zweistelligen Millionenbetrag belasten.

Foto: dapd

Royale Hochzeit belastet deutsche Wirtschaft in Millionenhöhe

Berlin (dapd). Die weltweit und mit Spannung erwartete Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton könnte die deutsche Wirtschaft mit einem deutlich zweistelligen Millionenbetrag belasten. "Wenn man überschlägt, dass ein bis zwei Prozent der 40 Millionen Arbeitnehmer im Schnitt zwei Stunden dem Ereignis zusehen, anstatt zu arbeiten, dann entgehen den deutschen Unternehmen ungefähr 30 Millionen Euro", sagte Ferdinand Fichtner, Konjunkturexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Dennoch sei nicht zu erwarten, dass bundesweit Tausende Arbeitnehmer ihren Arbeitstag unterbrechen würden, um die Hochzeit im TV zu verfolgen. "Bei der Fußball-WM ist das etwas anderes", sagte Fichtner. Fußball sei einfach wichtiger.

Dementsprechend haben etliche deutsche Unternehmen keine besonderen Vorkehrungen für Freitag getroffen. Beim Autohersteller Daimler beispielsweise ist aus Anlass der Hochzeit in Großbritannien nichts geplant, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Auch in den BMW-Werken soll der "Hochzeitsfreitag" einem Sprecher zufolge "ein ganz normaler Arbeitstag" werden. "Bei einem Fußball-WM-Finale haben wir schon mal das Produktionsband gestoppt, aber die Hochzeit ist für uns kein Anlass".

Auch beim Autozulieferer Bosch gibt es einem Unternehmenssprecher zufolge keine Vorkehrungen, die Hochzeit live am Arbeitsplatz zu schauen. Beim Chemiekonzern BASF sei es schlicht gefährlich, die Arbeit einfach zu unterbrechen. "Bei unserer Arbeit kann man nicht einfach eine Pause einlegen", sagte eine Konzernsprecherin. Arbeitnehmer könnten jedoch einen freien Tag nehmen oder sich ihre flexiblen Arbeitszeiten so legen, dass sie das Ereignis privat anschauen könnten.

Wer im Büro das Ehegelöbnis via TV ansehen will, wagt sich arbeitsrechtlich auf dünnes Eis. Es sei "definitiv Privatvergnügen", betonte Michael Henn, Präsident des Verbandes deutscher ArbeitsrechtsAnwälte. Wer am Arbeitsplatz Fernsehen schaut, kann abgemahnt werden. Noch schlimmer kann es kommen, wenn der Chef vorab ein klares TV-Verbot ausgesprochen hat. Wer sich die Übertragung trotzdem heimlich anschaut - egal ob im TV, übers Internet auf dem PC oder via Smartphone - betrügt. Und kann gekündigt werden.

dapd