Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat nach einem überraschend guten Start ins neue Jahr seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011 deutlich angehoben. Schwung gibt dem Konzern derzeit vor allem das vom warmen Frühjahr und den hohen Rohstoffpreisen beflügelte Pflanzenschutzgeschäft.
Bayer erhöht die Gewinnprognose
Leverkusen (dapd). Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat nach einem überraschend guten Start ins neue Jahr seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011 deutlich angehoben. Schwung gibt dem Konzern derzeit vor allem das vom warmen Frühjahr und den hohen Rohstoffpreisen beflügelte Pflanzenschutzgeschäft. Aber auch die Kunststoffsparte glänzt dank der anhaltenden Konjunkturerholung mit zweistelligen Wachstumsraten, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.
Weniger erfreulich verläuft die Entwicklung dagegen für Bayer im margenstarken Pharmageschäft. Hier rechnet der Konzern in diesem Jahr mit einem Wachstum unter dem Marktdurchschnitt. Nicht zuletzt, weil die bislang erfolgreich vermarkteten Anti-Baby-Pillen der YAZ-Familie nach dem Auslaufen des Patentschutzes zunehmend Marktanteile an billigere Nachahmerpräparate, sogenannte Generika, verlieren. Außerdem hinterlassen Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern ihre Spuren in der Bilanz.
Besser lief das Geschäft bei den rezeptfreien Arzneimitteln, wo Bayer nicht zuletzt mit dem Klassiker Aspirin und dem Fußpilz-Medikament Canesten zweistellige Wachstumsraten erzielen konnte.
Unter dem Strich konnte Bayer seinen Umsatz im ersten Quartal 2011 um 13,2 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 4 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg um 8,4 Prozent auf 684 Millionen Euro.
Die Ergebnissteigerung wäre noch höher ausgefallen, hätte der Konzern nicht Sonderaufwendungen in Höhe von rund 442 Millionen Euro verkraften müssen. Davon entfielen 248 Millionen Euro auf die Kosten der Restrukturierungsprogramme im Pflanzenschutz und im Gesundheitsgeschäft. Außerdem bildete der Konzern Rückstellungen in Höhe von 194 Millionen Euro für ein angestrebtes Vergleichsprogramm im Rechtsstreit um gentechnisch veränderte Reispflanzen in den USA. "Wir hoffen, damit nun einen Großteil dieses Themenkomplexes verarbeitet zu haben", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers.
Nach dem fulminanten Start ins neue Jahr ist Bayer auch für den Rest des Jahres deutlich optimistischer gestimmt. Das spiegelt die erhöhte Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Jahr wider. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) werde voraussichtlich auf über 7,5 Milliarden Euro steigen, berichtete das Unternehmen. Bisher war der Konzern von einer Steigerung "in Richtung 7,5 Milliarden Euro" ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nach der neuen Prognose nicht "nur" um 10, sondern um etwa 15 Prozent steigen. Und auch der Umsatz soll mit bis zu 37 Milliarden Euro um rund eine Milliarde Euro höher ausfallen als bislang erwartet.
dapd
