Bundesagentur rechnet schon für Mai mit weniger als drei Millionen Jobsuchenden Frühjahrsbelebung lässt Arbeitslosigkeit weiter sinken

Die Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosigkeit im April weiter schrumpfen lassen. Die Zahl der Menschen ohne Job ging nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Donnerstag im Vergleich zum Vormonat um 132.000 auf 3,078 Millionen zurück. Das ist der niedrigste April-Stand seit 1992. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent.

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Frühjahrsbelebung lässt Arbeitslosigkeit weiter sinken

Nürnberg (dapd). Die Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosigkeit im April weiter schrumpfen lassen. Die Zahl der Menschen ohne Job ging nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Donnerstag im Vergleich zum Vormonat um 132.000 auf 3,078 Millionen zurück. Das ist der niedrigste April-Stand seit 1992. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um 321.000.

"Mit dem konjunkturellen Aufschwung hat sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortgesetzt", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. So habe die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nach BA-Hochrechnungen im Februar bei 27,93 Millionen gelegen und damit um 699.000 über dem Vorjahr. Dabei habe die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 457.000 und der Teilzeitbeschäftigten um 239.000 zugenommen.

"Der Beschäftigungsaufbau betrifft alle Bundesländer und nahezu alle Branchen", erklärte Weise. Besonders florierten das Gesundheits- und Sozialwesen sowie Zeitarbeit und wirtschaftliche Dienstleistungen. Jobs abgebaut wurden dagegen bei den sonstigen Dienstleistungen.

"Man kann damit sagen, dass die Auswirkungen der Krise weitgehend überwunden sind. Es bleiben aber ernstzunehmende Risiken", erklärte der BA-Chef. Hierzu zählten die Verschuldung und Arbeitslosigkeit in den USA in einem "bisher unbekannten Ausmaß" sowie die Schuldenprobleme einiger europäischer Länder.

Allerdings seien die Aussichten für eine weiter positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt derzeit gut - worauf auch die hohe Nachfrage nach Mitarbeiterin hindeute: Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur, der die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen signalisiert, erreichte im April ein Rekordhoch.

Angesichts der guten Konjunktur rechnet die Behörde damit, dass die Drei-Millionen-Grenze bei den Arbeitslosen schon im Mai unterschritten wird. "Das ist wirklich zu erwarten", sagte Weise, zumal die Arbeitslosigkeit üblicherweise in einem Mai um 100.000 bis 120.000 zurückgehe.

Allerdings profitieren nach wie vor nicht alle Arbeitssuchenden von dieser erfreulichen Entwicklung: Während die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen deutlich gesunken sei, liege sie bei den über 58-Jährigen noch über dem Durchschnitt, sagte Weise.

Auch sei die Struktur der neuen Beschäftigung nicht zufriedenstellend: In den vergangenen zehn Jahren seien vor allem viele befristete Jobs und Teilzeitstellen entstanden sowie Arbeitsplätze in eher nicht so gut bezahlten Dienstleistungsbereichen, kritisierte der BA-Chef.

Entwarnung gab die Behörde mit Blick auf die Japan-Krise. Aktuell gibt es nach Auskunft von BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker nur etwa 1.000 Beschäftigte aus den Branchen Automobilbau, Automobilzulieferer und Software, die wegen Lieferengpässen aus Japan in Kurzarbeit seien.

Mit Blick auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit zum 1. Mai sagte Becker, er gehe davon aus, dass dadurch in diesem und im nächsten Jahr je etwa 100.000 bis 140.000 Arbeitnehmer aus Osteuropa nach Deutschland kommen könnten. Diese dürften in der Regel gut ausgebildet sein und Deutschland eher nutzen als schaden, weil sie dazu beitragen könnten, den Fachkräftemangel zu lindern, erklärte er.

dapd