Beim Kampf um die Spitze im Automobilbau - Wolfsburger vervierfachen Nettogewinn VW will Notlage von Toyota nicht ausnutzen

Im Kampf um die Spitze im weltweiten Automobilbau will Volkswagen die Notlage von Toyota nicht ausnutzen. "Es ist nicht unser Ziel, mithilfe eines Unfalls an Toyota vorbeizuziehen", sagte VW-Vorstandsmitglied Christian Klingler am Mittwoch.

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VW will Notlage von Toyota nicht ausnutzen

Wolfsburg (dapd). Im Kampf um die Spitze im weltweiten Automobilbau will Volkswagen die Notlage von Toyota nicht ausnutzen. "Es ist nicht unser Ziel, mithilfe eines Unfalls an Toyota vorbeizuziehen", sagte VW-Vorstandsmitglied Christian Klingler am Mittwoch. VW blicke "mit Respekt" auf Toyota, das nach dem Erbeben in Japan mit zerstörten Fabriken und unterbrochenen Lieferketten zu kämpfen hat. Klinger erinnerte daran, dass auch VW nicht sicher vor einer Naturkatastrophe sei.

VW will bis 2018 größter Autobauer der Welt werden und 10 Millionen Autos absetzen. Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen rückte der größte Autokonzern Europas diesem Ziel einen Schritt näher. Wie der Autokonzern am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte, stieg das Ergebnis nach Steuern von 473 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro zu. "Der Verlauf des ersten Quartals zeigt die Stärke und Robustheit des Volkswagen-Konzerns", sagte Vorstandschef Martin Winterkorn.

Die Aktie zog angesichts der guten Zahlen an. Das Papier legte mehr als fünf Prozent zu und war mit weitem Abstand der beste Wert im deutschen Aktienindex DAX.

Wie gut die Geschäfte bei VW gehen, zeigt ein Zahlenvergleich: Die Auslieferungen stiegen um 14 Prozent auf 2 Millionen Fahrzeuge. Der Umsatz stieg aber doppelt so stark um über 30 Prozent: Die Kunden kaufen nicht nur mehr, sondern auch größere und besser ausgestattete Autos des Mehrmarkenkonzerns. Klingler berichtete von hoher Nachfrage nach großen Modellen wie Passat, Touareg oder Audi A8. Der weltweite Marktanteil stieg von 11,5 auf 12 Prozent.

Die kräftigsten Gewinnsprünge machten die beiden Hauptmarken VW und Audi: Die Marke VW steigerte den operativen Gewinn um mehr als 150 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Die Luxusmarke Audi verdiente sogar 1,1 Milliarden Euro, obwohl die Marke VW mit 1,07 Millionen etwa dreimal so viele Fahrzeuge absetzte. Skoda steigerte den Gewinn um 87 Prozent, die Lkw-Tochter Scania um mehr als 100 Prozent. Die Sorgenkinder Seat und Bentley dämmten die Verluste ein.

Ein großer Gewinnbringer war China: Hier fuhr der Konzern mit seinen Beteiligungen fast 560 Millionen Euro operativen Gewinn ein. Der Konzern setzte dort 549.000 Autos ab, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in Zentral- und Osteuropa, Nordamerika und der Türkei legte VW zweistellig zu.

Der Konzern ließ trotz des Gewinnsprungs den Ausblick unverändert und geht davon aus, dass die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis die Vorjahreswerte übertreffen werden.

dapd