Anlässlich des 25. Jahrestag der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl plädiert Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für einen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Energiepolitik. "Bringt man Schöpfungsethik und Wirtschaftskompetenz zusammen, kommt man auch zu einer anderen, sicheren und wachstumsorientierten, Ressourcen schonenden Energiepolitik", sagte der Minister am Dienstag.
Röttgen sieht Chance für einen Energie-Konsens
Berlin (dapd). Anlässlich des 25. Jahrestag der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl plädiert Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für einen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Energiepolitik. "Bringt man Schöpfungsethik und Wirtschaftskompetenz zusammen, kommt man auch zu einer anderen, sicheren und wachstumsorientierten, Ressourcen schonenden Energiepolitik", sagte der Minister am Dienstag in Berlin. Nach dem verheerenden Unglück im japanischen Fukushima bestehe erstmals seit Jahrzehnten die Aussicht, Energiepolitik zu einem Konsensthema zu machen.
Die Bundesregierung müsse "jetzt noch schneller und konsequenter das umsetzen, was wir im Energiekonzept vereinbart haben", sagte Röttgen. Dabei gehe es vor allem darum, die Potenziale bei der Energieeffizienz noch stärker zu nutzen, neue Technologien der Energieversorgung auszubauen sowie den Strom- und Energiebedarf noch weiter zu reduzieren.
Röttgen erinnerte an die weitreichenden und langwierigen gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen des Tschernobyl-Unfalls. Noch heute seien weite Landstriche kontaminiert. "Dieser Atomunfall hat unermessliches Leid über die Menschen gebracht. Darunter werden Kinder leiden, die heute noch gar nicht geboren sind", sagte der Minister.
Anders als das jüngste Reaktor-Unglück in Japan, das durch eine Naturkatastrophe ausgelöst wurde, sei der Atomunfall in Tschernobyl auf menschliches Versagen zurückzuführen gewesen, sagte Röttgen. Er warb daher für umfassende Sicherheitsbestimmungen. "Der Faktor Mensch ist Bestandteil des Restrisikos und muss daher ebenso in die gegenwärtige Neubewertung der Sicherheitsmaßnahmen einbezogen werden wie etwa Erdbeben, Hochwasser, Stromausfall oder Flugzeugabstürze", sagte Röttgen.
dapd
