Wirtschaftsinstitut sieht in Arbeitnehmer-Freizügigkeit große Chance "Der richtige Schritt zur richtigen Zeit"

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht in der Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern eine "möglicherweise einmalige" Chance für Deutschland. Dass Polen, Tschechen und andere ab Mai in Deutschland leichter einen Job annehmen können als bisher, sei "der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagte IW-Chef Michael Hüther am Dienstag in Berlin.

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"Der richtige Schritt zur richtigen Zeit"

Köln/Berlin (dapd). Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht in der Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern eine "möglicherweise einmalige" Chance für Deutschland. Dass Polen, Tschechen und andere ab Mai in Deutschland leichter einen Job annehmen können als bisher, sei "der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagte IW-Chef Michael Hüther am Dienstag in Berlin. Wegen der guten Konjunktur und des demografischen Wandels brauche die Wirtschaft hierzulande zusätzliche Arbeitskräfte.

Das arbeitgebernahe Kölner Institut schätzt auf der Grundlage einer eigenen Studie, dass bis Ende 2012 bis zu 800.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Deutschland kommen. In den folgenden Jahren werde die Zahl deutlich sinken. Hüther betonte, die Berechnungen "bedienen keine Ängste". Der Arbeitsmarkt könne den Zustrom verkraften, zumal gerade in technischen Berufen Fachkräfte fehlten. Die Sorge mancher Einheimischer, die neue Regelung gefährde ihre Arbeitsplätze, basiere oft auf mangelnder Information.

Am 1. Mai tritt für Bürger aus acht osteuropäischen Staaten die volle Freizügigkeit innerhalb der EU in Kraft. Dann können Esten, Letten, Litauer, Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn und Slowenen ebenso selbstverständlich eine Arbeit in Deutschland annehmen wie Franzosen oder Spanier. Bisher brauchten sie eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.

dapd