Hundt gegen starre Quote - Sommer hält nichts von Selbstverpflichtung Arbeitsministerin kämpft weiter für gesetzliche Frauenquote

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kämpft trotz des Widerstands auch in der CDU für eine Frauenquote in Führungspositionen der Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte am Osterwochenende, er lehne eine starre, im Gesetz verankerte Quote ab.

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Arbeitsministerin kämpft weiter für gesetzliche Frauenquote

Berlin (dapd). Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kämpft trotz des Widerstands auch in der CDU für eine Frauenquote in Führungspositionen der Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte am Osterwochenende, er lehne eine starre, im Gesetz verankerte Quote ab. DGB-Chef Michael Sommer meinte dagegen, die Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Frauen mit der Führung zu betrauen, habe nichts gebracht.

Von der Leyen sagte: "Ich bin überzeugt, dass wir ein Gesetz brauchen, das klarstellt, dass im Jahr 2018 in den Vorständen und Aufsichtsräten börsenorientierter Unternehmen eine Frauenquote von 30 Prozent erreicht sein sollte." Die CDU-Politikerin erklärte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Das wäre immer noch eine Männerquote von 70 Prozent und sicher nicht der Untergang des Abendlandes."

Im Gegensatz zur Arbeitsministerin tritt Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für eine flexible Selbstverpflichtung der Wirtschaft ein. Sie hatte dafür die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewinnen können.

Arbeitgeberpräsident Hundt sagte dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstagausgabe): "Eine starre, gesetzliche Quote zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ist falsch." Das Ziel, mehr Frauen in deutschen Chefetagen zu beschäftigen, lasse sich nicht gesetzlich erzwingen.

Ein wichtiger Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien flexible Arbeitszeiten, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. "Auch der Staat muss die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern." Bei der Betreuung von Kindern gebe es erheblichen Nachholbedarf. "Familienförderung muss in Zukunft weniger durch die Zahlung höherer Transferleistungen als vielmehr durch Investitionen in die Infrastruktur erfolgen", forderte Hundt.

Dagegen plädierte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Sommer, für einen gesetzlich geregelten Frauenanteil für Spitzenpositionen in der Wirtschaft. "Wir brauchen eine gesetzliche Frauenquote, denn die Selbstverpflichtung der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren nichts gebracht", sagte Sommer ebenfalls dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstagausgabe).

Darüber hinaus verlangte der DGB-Chef, die soziale Situation der Frau in der Gesellschaft insgesamt zu stärken. Die größte Gruppe der Niedriglöhner seien Frauen, die größten sozialen Probleme hätten alleinerziehende Frauen, sagte Sommer. Er betonte: "Wirklich helfen würde den Frauen ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro."

dapd