Agena: Grüne dürfen keine "Wischi-Waschi-Partei" werden Grüne Jugend will linke Profilierung der Partei

Angesichts des Höhenflugs der Grünen fordert der Nachwuchs eine klare linke Profilierung der Partei. Die Grünen dürften nicht zu einer "Wischi-Waschi-Partei" werden, sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Gesine Agena, im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. In Baden-Württemberg habe eine deutliche Polarisierung zwischen Grün-Rot und Schwarz-Gelb zum Erfolg geführt.

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Grüne Jugend will linke Profilierung der Partei

Berlin (dapd). Angesichts des Höhenflugs der Grünen fordert der Nachwuchs eine klare linke Profilierung der Partei. Die Grünen dürften nicht zu einer "Wischi-Waschi-Partei" werden, sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Gesine Agena, im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. In Baden-Württemberg habe eine deutliche Polarisierung zwischen Grün-Rot und Schwarz-Gelb zum Erfolg geführt. Die Grünen hätten sich dort mit linken Inhalten durchgesetzt, "als klare Alternative zur CDU".

Agena mahnte, die Partei dürfe keinen "schwarz-grünen Kuschelkurs" einschlagen, sondern müsse auch im Bund auf eine linke Mehrheit hinarbeiten. Es reiche nicht, allein auf eine Koalition mit der SPD zu setzen. Eine Mehrheit für Rot-Grün bei der Bundestagswahl 2013 sei zwar wünschenswert, aber längst nicht ausgemacht. Deshalb müsse auch die Linke mit ins Boot kommen, "und das müssen wir jetzt vorbereiten und nicht erst 2013".

Die Jung-Grüne warnte davor, die eigenen Inhalte wegen des Zulaufs neuer Wähler zu verwässern. Die Grünen dürften sich nicht nur "nach dem erwarteten Mainstream richten", sondern hätten die Aufgabe, "mit einer klaren linken Programmatik voranzugehen". Angesichts der schwierigen Haushaltslage müssten sich die Grünen auch von einigen Forderungen verabschieden und Prioritäten setzen und auf der Einnahmenseite auch keine Scheu davor haben, auch die eigene Klientel zu belasten. Das sei eine problematische Debatte, "aber sie muss irgendwann kommen".

Von einer Diskussion um einen eigenen Kanzlerkandidaten rät Agena der Partei konsequent ab. "Das wäre völlig verfrüht", mahnte sie. "Nur weil wir in Umfragen gut dastehen, dürfen wir uns nicht wie die FDP eine 18 auf die Schuhsohlen kleben. Das wäre das Falscheste, was man nur machen kann."

dapd