Die Grünen sind nach Ansicht von Bayerns Umweltminister Markus Söder noch kein passender Partner für die Union. Was etwa den Zeitplan eines Atomausstiegs betreffe, seien die Vorstellungen der Grünen völlig unrealistisch. "Da herrscht eine Form von ideologischer Rechthaberei, die macht es schwierig, an eine Zusammenarbeit zu denken", sagte der CSU-Politiker im dapd-Interview in München.
Söder hält Koalition mit Grünen für unrealistisch und auch unnötig
München (dapd). Die Grünen sind nach Ansicht von Bayerns Umweltminister Markus Söder noch kein passender Partner für die Union. Was etwa den Zeitplan eines Atomausstiegs betreffe, seien die Vorstellungen der Grünen völlig unrealistisch. "Da herrscht eine Form von ideologischer Rechthaberei, die macht es schwierig, an eine Zusammenarbeit zu denken", sagte der CSU-Politiker im dapd-Interview in München. Bis 2017 sei der Ausstieg nicht zu schaffen, ohne die Versorgung mit Strom zu gefährden, warnte Söder.
In Baden-Württemberg müssten die Grünen unter Winfried Kretschmann als Ministerpräsident in den kommenden Jahren zeigen, ob sie zu Realpolitik fähig seien. "Wir stellen uns dem Wettbewerb. Bayern und Baden-Württemberg sind Länder mit sehr ähnlichen Strukturen. Mal sehen, wer es besser kann", sagte Söder. Noch immer versuchten die Grünen oft, "die Wirklichkeit ihren Parteitagsbeschlüssen anzupassen". Ihre politischen Motive seien "oft ehrbar, aber unrealistisch".
Für die Landtagswahl 2013 im Freistaat werde seine Partei die Grünen jedenfalls nicht benötigen, prognostiziert der frühere CSU-Generalsekretär. "Vielleicht brauchen wir keinen Koalitionspartner mehr. Es ist für uns mehr drin", verbreitet Söder Hoffnung auf eine Rückkehr zur absoluten Mehrheit der Sitze im Parlament.
Für Söder ist Ökologie kein Nischenthema. "Viele Bürger empfinden den Erhalt der Natur auch als einen kulturellen Wert. Bayern und seine vitale Landschaft gehören untrennbar zusammen." Statt immer "höher, schneller, weiter" haben die Bayern laut Söder heute ein nachhaltigeres Verständnis von ihrer Heimat. Dies aufzunehmen, könne in der Wahrnehmung der Bürger "Bayern und die CSU wieder deckungsgleich machen". In der Zeit der Zweidrittelmehrheit im Landtag sei diese Identität ein Stück weit verloren gegangen. Sein Ziel sei es, mit glaubwürdiger Politik zu alter Stärke zurückzukehren. "Am liebsten koaliere ich in Bayern mit der CSU."
An den derzeitigen Koalitionspartner im Freistaat, die Liberalen, appellierte Söder, sich an der Sachpolitik zu orientieren und sich nicht in formalen Zuständigkeitsdebatten zu verstricken. "Solche kleinen Fouls bringen das Spiel nicht voran. Lieber mal einen guten Pass spielen", sagte er.
dapd
