Linksfraktionschef Gysi hat die Personaldebatte in seiner Partei für beendet erklärt, gleichzeitig aber Probleme bei der Profilbildung beklagt. "Wir müssen uns jetzt mal um Inhalte kümmern", forderte Gysi in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. "Wir haben gute Vorstellungen zur Rente und zum Mindestlohn. Aber ich möchte da und anderswo jetzt Konkretisierungen", sagte Gysi.
Gysi: Führungsdebatte "überflüssig"
Berlin (dapd). Linksfraktionschef Gysi hat die Personaldebatte in seiner Partei für beendet erklärt, gleichzeitig aber Probleme bei der Profilbildung beklagt. "Wir müssen uns jetzt mal um Inhalte kümmern", forderte Gysi in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. "Wir haben gute Vorstellungen zur Rente und zum Mindestlohn. Aber ich möchte da und anderswo jetzt Konkretisierungen", sagte Gysi.
Zu seiner Bemerkung, Ex-Parteichef Oskar Lafontaine könne in einer "Notsituation" auf die bundespolitische Bühne zurückkehren, sagte Gysi, es liege kein Notfall vor. "Deshalb müssen wir uns darüber jetzt auch keine Gedanken machen." Er habe mit seiner Aussage nicht die Parteichefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch beschädigen wollen.
Die beiden seien gewählt, sagte Gysi. "Bis zur Neuwahl ist jede Diskussion überflüssig." Die Personaldebatte sei beendet, die Partei könne sie auch derzeit nicht gebrauchen. Vielmehr müsse sie "90 Prozent der Zeit" in die Frage investieren, "was wir eigentlich gemeinsam verändern wollen".
Zur Ausrichtung der Linken sagte Gysi, die Partei müsse einen breiteren Kreis ansprechen. "Es sieht ja so aus, und daran sind wir auch ein bisschen selber schuld, als ob wir uns ausschließlich um Hartz-IV-Beziehende bemühen." Das sei aber nicht der Fall. "Du brauchst Zugang zu den verschiedenen Schichten, um dich als Partei auch politisch entsprechend entwickeln zu können", erläuterte Gysi.
Der Fraktionschef zeigte sich zuversichtlich, dass die Debatte um das Parteiprogramm der Linken wie geplant beim Programmparteitag im Oktober zum Abschluss kommen werde. "Letztlich geht es um Kompromisse", sagte er. "Ein Programm von 55 gegen 45 Prozent wäre ein großer Fehler. Wir brauchen ein Programm für 90 Prozent."
dapd
