Wachstumstempo soll sich 2011 aber abschwächen - Geschäftserwartungen der Unternehmen sinken leicht "Aufschwung gewinnt an Substanz"

Der deutschen Wirtschaft geht es weiterhin gut, wenngleich sie in diesem Jahr weniger schnell wachsen dürfte als 2010. "Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren, ihre Dynamik hat sich im Frühjahr weiter belebt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Donnerstag in Berlin.

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"Aufschwung gewinnt an Substanz"

Berlin (dapd). Der deutschen Wirtschaft geht es weiterhin gut, wenngleich sie in diesem Jahr weniger schnell wachsen dürfte als 2010. "Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren, ihre Dynamik hat sich im Frühjahr weiter belebt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Donnerstag in Berlin. Aus Sicht der Experten um Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung aber etwas weniger kräftig ausfallen als im Vorjahr.

Die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmer stützen diese Einschätzung: Der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der Ifo-Geschäftsklimaindex, sank im April auf 110,4 Punkte, nach 111,1 Zählern im März. Sorgen mit Blick auf den Ölpreis, Japan und die Staatsverschuldung hätten die Erwartungen der Firmen gedämpft, erklärte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

"Trotz erheblicher Risiken auf der internationalen Ebene geht es den Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Firmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage erneut besser, der Teilindex stieg um 0,5 Zähler auf das Rekordniveau von 116,3 Punkten.

Die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr fielen allerdings zum zweiten Mal in Folge schwächer aus, der Index fiel deutlich von 106,5 Zählern auf 104,7 Punkte. "Das signalisiert aber keinen Wendepunkt", sagte Abberger. "Der Ausblick der Unternehmen ist zurückhaltender, gleichwohl noch sehr positiv."

Brüderle zufolge belasten Ereignisse wie die Katastrophe in Japan und der Krieg in Libyen das Geschäftsklima der Firmen nur leicht. Die Unternehmen hätten allen Grund, optimistisch zu bleiben: Die Kapazitäten seien überdurchschnittlich ausgelastet, das Gewicht der Inlandsnachfrage nehme zu. "Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch", erklärte Brüderle. Der Aufschwung gewinne weiter an Substanz und werde widerstandsfähiger.

Den Experten des Finanzministeriums zufolge wird diese Einschätzung insbesondere durch gute Konjunkturindikatoren gestützt: Die rege Konsumtätigkeit stütze den wirtschaftlichen Aufschwung weiterhin, dafür spreche unter anderem die positive Entwicklungstendenz bei Umsätzen im Einzelhandel.

Wieder verstärkt hätten sich auch die außenwirtschaftlichen Impulse. Für günstige Exportperspektiven sorgten vor allem die dynamischen Konjunkturentwicklungen in den Schwellenländern, hieß es.

dapd