"Wieder an Dynamik gewonnen" Konjunktur weiterhin im Aufschwung

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland hat nach Einschätzungen des Bundesfinanzministeriums "zuletzt wieder an Dynamik gewonnen" und wird sich fortsetzen. Auch freut sich die Baubranche über weiter steigende Aufträge.

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Konjunktur weiterhin im Aufschwung

Insbesondere in der Industrie habe sich das Expansionstempo nach verhaltenem Jahresauftakt wieder erhöht, teilte das Bundesfinanzministerium in seinem aktuellen Monatsbericht mit. "Der Aufschwung in Deutschland wird sich damit fortsetzen, wenngleich der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung etwas weniger kräftig ausfällt als im ausgesprochen wachstumsstarken Vorjahr", betonte das Ministerium.

Diese Einschätzung werde insbesondere durch die vorlaufenden Konjunkturindikatoren gestützt: Die Stimmungsindikatoren befänden sich auf einem sehr hohen Niveau. Zusätzlich dürfe die rege Konsumtätigkeit den wirtschaftlichen Aufschwung weiter stützen. Dafür spreche unter anderem die positive Entwicklungstendenz bei Umsätzen im Einzelhandel.

Auch die außenwirtschaftlichen Impulse hätten sich aus Sicht des Bundesfinanzministeriums wieder verstärkt. Für günstige Exportperspektiven sorgten vor allem die dynamischen Konjunkturentwicklungen in den Schwellenländern.

Bei der Teuerung treibe nach Dafürhalten des BMF zurzeit einerseits der Anstieg der Nachfrage infolge des globalen Aufschwungs und andererseits die anhaltenden Unsicherheit über die Entwicklung in einigen nordafrikanischen Ölförderländern den Preis nach oben. Darüber gebe es bei den Import- und Erzeugerpreise einen spürbaren Preisniveauanstieg auf den vorgelagerten Stufen der Produktionskette.

Baubranche verzeichnet weiter gute Auftragslage

Positive Aussichten gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamts auch für die deutsche Baubranche. Die Auftragseingänge in Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern stiegen preisbereinigt um 1,6 Prozent. Während die Nachfrage im Hochbau mit einem Plus von 14,5 Prozent positiv ausfiel, musste der Tiefbau mit einem Rückgang um 11,2 Prozent einen leichten Dämpfer hinnehmen.

Der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes lag im Februar bei rund 4,7 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 53,6 Prozent. Ende Februar beschäftigten die Betriebe des Hoch- und Tiefbaus 686.000 Menschen und damit 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

In den ersten zwei Monaten 2011 kletterten die Auftragseingänge der Baubetriebe auf Jahressicht preisbereinigt um 4,6 Prozent. Den Statistikern zufolge war die Branche in diesem Jahr deutlich weniger von winterlichen Verhältnissen beeinflusst als im Vorjahr. So wurde im Januar und Februar mit 99,9 Millionen Stunden wesentlich mehr (plus 55,1 Prozent) auf Baustellen gearbeitet als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der Gesamtumsatz stieg in beiden Monaten um 41,8 Prozent auf rund 8,4 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl legte um durchschnittlich 2,4 Prozent zu.

Brüderle: Aufschwung gewinnt an Substanz

"Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren, ihre Dynamik hat sich im Frühjahr weiter belebt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Der Aufschwung gewinne weiter an Substanz und werde widerstandsfähiger.Ereignisse wie die Katastrophe in Japan und der Krieg in Libyen belasteten das Geschäftsklima der Firmen nur leicht, sagte der FDP-Politiker. Unternehmen hätten allen Grund, optimistisch zu bleiben: Die Kapazitäten seien überdurchschnittlich ausgelastet, das Gewicht der Inlandsnachfrage nehme zu. "Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch", erklärte Brüderle.

dapd