Allgemeine Wirtschaftsdaten
Historischer Konjunktureinbruch
In Deutschland ist die Konjunktur im Winterhalbjahr 2008/2009 dramatisch abgestürzt. Zur Jahresmitte hat sich die Wirtschaft auf dem stark reduzierten Niveau stabilisiert und ist in der Folgezeit auf einen Erholungskurs eingeschwenkt. 2009 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt um rund 5 Prozent geschrumpft sein.
Der private Verbrauch zeigte sich erstaunlich robust und hat mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent die Konjunktur wesentlich gestützt. Maßgeblich war hierfür die kräftige Zunahme der real verfügbaren Einkommen in der ersten Jahreshälfte. Darüber hinaus kamen von der Abwrackprämie wichtige Nachfrageimpulse. Andererseits dämpfte die wachsende Arbeitslosigkeit die Kaufbereitschaft bislang nur geringfügig.
Die Ausrüstungsinvestitionen waren stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Angesichts der drastischen Unterauslastung und der verschärften Finanzierungsbedingungen haben die Unternehmen ihre Ausgaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge massiv eingeschränkt. Der preisbereinigte Rückgang dürfte 2009 etwa 21 Prozent betragen.
Die Exporte wiesen zu Jahresbeginn eine rasante Abwärtsdynamik auf. Die Ausfuhren in den Euroraum und in das übrige Europa sind erheblich gesunken. Seit dem Sommer zeichnete sich zwar eine Erholung der Auslandsnachfrage ab, die Exporte lagen aber weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Für 2009 wird mit einem realen Ausfuhrminus von 15 Prozent gerechnet.
Das allgemeine Preisniveau ist im Jahr 2009 beinahe unverändert geblieben. Jahresdurchschnittlich betrug die Teuerungsrate lediglich 0,3 Prozent. Entscheidend für die stabile Entwicklung waren die gegenüber dem Vorjahr kräftig gefallenen Heizöl- und Kraftstoffpreise. Preisberuhigend wirkte sich außerdem die Verbilligung bei den Lebensmitteln aus.
Der Arbeitsmarkt präsentierte sich angesichts des beispiellosen Produktionseinbruchs bemerkenswert stabil und widerstandsfähig. Hauptsächlich die intensive Nutzung der Kurzarbeiterregelung und die Anwendung flexibler Arbeitszeitmodelle haben hierzu beigetragen. Im Jahresmittel dürfte die Erwerbstätigenzahl nur um 100.000 auf 40,3 Millionen gefallen sein.