Telekom-Chef René Obermann will den Konzern aus seiner Abhängigkeit vom traditionellen Netzgeschäft mit regulierten Preisen lösen. Nach dem Verkauf des Amerika-Geschäfts müssten neue Wachstumsfelder wie das mobile Internet oder Cloud-gestützte Dienste für Geschäftskunden weiter ausgebaut werden und sollten in Zukunft rund die Hälfte des Umsatzes ausmachen, sagte Obermann.
Obermann sieht Telekom vor neuer Phase
Frankfurt/Berlin (dapd). Telekom-Chef René Obermann will den Konzern aus seiner Abhängigkeit vom traditionellen Netzgeschäft mit regulierten Preisen lösen. Nach dem Verkauf des Amerika-Geschäfts müssten neue Wachstumsfelder wie das mobile Internet oder Cloud-gestützte Dienste für Geschäftskunden weiter ausgebaut werden und sollten in Zukunft rund die Hälfte des Umsatzes ausmachen, sagte Obermann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe).
"Wir haben uns vorgenommen, langfristig wieder im Gleichschritt mit der Wirtschaft zu wachsen", erklärte der Vorstandsvorsitzende. "Das ist für unsere Industrie ein nicht unambitioniertes Ziel." Als Zeitraum nannte Obermann die Jahre bis 2015: "Wenn wir weiterhin so erfolgreich sind wie 2010, müssten wir es in diesem Zeitraum schaffen."
Nötig dafür sei allerdings die finanzielle Flexibilität, die der Verkauf von T-Mobile USA bringe. Obermann zeigte sich trotz des großen Widerstands in den USA davon überzeugt, die Aufsichtsbehörden vom Nutzen der Übernahme überzeugen zu können: "Der Wettbewerb in den Vereinigten Staaten wird sehr intensiv bleiben."
Die Trennung vom Amerika-Geschäft wird den Konzernumsatz den Angaben nach zunächst um mehr als ein Viertel senken. Der Verkaufserlös von 39 Milliarden Euro solle jedoch nicht in Investitionen fließen, sondern dem Aktienrückkauf und Schuldenabbau dienen. Für Obermann ist das offenbar kein Gegensatz: Im Ergebnis steigern wir den Wert der Telekom und erhöhen unsere Beweglichkeit", sagte er der Zeitung.
dapd
