Nach drei Jahren mit roten Zahlen ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gut ins Jahr 2011 gestartet. Vor Steuern belief sich das Ergebnis im ersten Quartal auf 455 Millionen Euro, nach Steuern auf 352 Millionen Euro, wie die Bank am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter sagte: "Wir befinden uns auf dem Weg der Normalität."
Guter Start ins Jahr für die LBBW
Stuttgart (dapd-bwb). Nach drei Jahren mit roten Zahlen ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gut ins Jahr 2011 gestartet. Vor Steuern belief sich das Ergebnis im ersten Quartal auf 455 Millionen Euro, nach Steuern auf 352 Millionen Euro, wie die Bank am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter sagte: "Wir befinden uns auf dem Weg der Normalität."
Die Bank sehe einen starken Jahresauftakt im operativen Geschäft. Daher erwarte er, dass die LBBW - wenn es nicht zu neuen dramatischen Einbrüchen an den Finanzmärkten komme - in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben werde.
Im Jahr 2010 lag das Konzernergebnis vor Steuern den Angaben zufolge bei minus 317 Millionen Euro nach einem Verlust von 1,214 Milliarden Euro im vorangegangenen Jahr. Nach Abzug der Ertragssteuern in Höhe von 30 Millionen Euro habe sich zum Jahresende ein Konzernjahresfehlbetrag von 347 Millionen Euro ergeben, der sich gegenüber dem Vorjahresergebnis um knapp 77 Prozent verringerte.
Vetter erklärte, es gebe nichts zu beschönigen. Es sei "außerordentlich unbefriedigend", dass die Erfolge im Kundengeschäft durch die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten aufgefressen würden. Dies demonstriere auf schmerzhafte Weise, dass die Ausrichtung auf das kundenorientierte Geschäft alternativlos sei. Das Tempo des Abbaus im Kreditersatzgeschäft sei deshalb noch einmal beschleunigt worden.
Die gesamten Risikoaktiva seien 2010 von 154 Milliarden Euro auf 121 Milliarden Euro gesunken. Die Kernkapitalquote sei zum Jahresende auf 11,4 Prozent gesteigert worden.
Im Zuge des Konzernumbaus seien 67 Millionen Euro an Restrukturierungskosten ausgegeben worden. Die Kosten für die Risikoabschirmung durch das Land Baden-Württemberg beliefen sich auf insgesamt 336 Millionen Euro.
Die Verkleinerung des Beteiligungsportfolios sei unter anderem mit der Veräußerung der US-Tochter LBBW Securities, der LRI Invest und des Privatkundengeschäfts der LBBW Luxemburg weiterverfolgt worden. Zudem sei der Verkauf der LBBW-Anteile an der Leipziger Strombörse EEX fast komplett abgeschlossen.
Die Rückführung von Risikoaktiva werde weiterhin konsequent verfolgt. Diese sanken im Vergleich zum Jahresbeginn von 121 Milliarden Euro auf 116 Milliarden Euro. Das Kreditersatzgeschäft wurde gegenüber dem Jahresende 2008 halbiert. In den ersten drei Monaten 2011 wurde es um neun Milliarden auf nun 45 Milliarden Euro abgebaut.
Vetter betonte: "Wir sind beim Umbau der LBBW voll auf Kurs." Die Restrukturierung werde das Unternehmen bis ins Jahr 2012 voll beschäftigen.
Derzeit werde der Verkauf der 24.000 Wohnungen der LBBW Immobilien vorbereitet. Außerdem werde derzeit eine Ausgliederung des IT-Bereichs der LBBW in den Sparkassendienstleister Finanz Informatik geprüft.
Die LBBW musste aufgrund der Milliardenverluste im Zuge der Finanzkrise von ihren Gesellschaftern - Land, Stadt Stuttgart und Sparkassen - mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro stabilisiert werden. Die Europäische Union machte eine Restrukturierung der Landesbank zur Bedingung für die Genehmigung der Hilfen.
dapd
