Verbraucher sollen künftig leichter die Herkunft und den Nährwert von Lebensmitteln erkennen können. Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments verabschiedete einen Gesetzesvorschlag, der die Hersteller zu EU-weit einheitlichen Angaben verpflichten soll.
Angaben über Lebensmittel sollen verständlicher werden
Lebensmittelhersteller sollen verpflichtet werden, Angaben zu Energiewert, Fett, gesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten mit besonderem Hinweis auf Zucker und Salz sowie zu Ballaststoffen, Eiweiß und Transfettsäuren auf der Produktrückseite anzugeben. "Die Kommission ist aufgefordert, ein entsprechendes verpflichtendes Konzept für die Lesbarkeit zu erarbeiten", sagte die CDU-Europaabgeordnete Renate Sommer.
Abgelehnt wurde dagegen die Forderung der Sozialdemokraten nach einer verpflichtenden Angabe des Kalorienwerts auf der Produktvorderseite. "Die konservativen Abgeordneten haben verhindert, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher schnell und auf den ersten Blick erkennen können, wie viele Kalorien im Produkt enthalten sind", kritisierte die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Berendt. Vom Tisch ist der Vorschlag einer Ampel-Kennzeichnung, mit der die Verbraucher anhand eines einfachen Schemas – rot, gelb oder grün – darüber informiert werden, ob ein Produkt gesund ist.
Herkunftsland muss angegeben werden
Vorgesehen ist in dem Gesetzesentwurf, dass das Herkunftsland für Produkte aus Fleisch, Geflügel und Milch sowie für Obst und Gemüse künftig angegeben werden muss. Auch die Hauptzutat in verarbeitenden Lebensmitteln muss genannt werden. In diesem Punkt setzte sich eine Ausschussmehrheit gegen die Konservativen durch. Sommer kritisierte, dass es bei Fleischstücken etwa in einer Dosen-Nudelsuppe kaum möglich sei zu deklarieren, wo die Tiere jeweils geboren, gehalten und geschlachtet wurden.
In einem nächsten Schritt müssen sich das Europaparlament und der Rat über die neue Verordnung einigen. Bereits in der Vergangenheit lagen beide EU-Organe bei den Details der Kennzeichnungspflicht weit auseinander. Sommer sagte, sie hoffe auf eine Einigung bis Juli.
dapd
