Auch ehemalige und aktuelle Deutsche-Bank-Vorstände geladen Friede Springer soll in Kirch-Prozess aussagen

Im Schadenersatzprozess des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank soll auch die Verlegerin Friede Springer als Zeugin aussagen. Das Oberlandesgericht München habe diesen Beschluss bereits am 6. April gefasst, sagte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Onlineausgabe der "Zeit". Wann Springer aussagen werde, blieb zunächst offen.

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Friede Springer soll in Kirch-Prozess aussagen

München (dapd). Im Schadenersatzprozess des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank soll auch die Verlegerin Friede Springer als Zeugin aussagen. Das Oberlandesgericht München habe diesen Beschluss bereits am 6. April gefasst, sagte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Onlineausgabe der "Zeit". Wann Springer aussagen werde, blieb zunächst offen.

Einer Mitteilung des Gerichts zufolge soll die Verlegerin Angaben zu den Inhalten eines Gesprächs machen, das im Umfeld des 27. Januar 2002 geführt worden sein soll. Als weitere Zeugen sollen in dem Prozess auch frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank als Zeugen befragt werden. Dabei geht es um eine Vorstandssitzung am 29. April. Kirch selbst ist der derzeitigen Planung zufolge dagegen nicht erneut geladen.

Der Unternehmer macht die Deutsche Bank und deren früheren Vorstandssprecher Rolf-Ernst Breuer für die Pleite des KirchMedia-Konzerns im April 2002 verantwortlich. Breuer hatte zwei Monate zuvor in einem Fernsehinterview über den Konzern gesagt: "Was man alles lesen und hören kann, ist, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Zu Kirchs Imperium hatte auch eine 40-prozentige Beteiligung am Axel-Springer-Verlag ("Bild", "Welt") gehört.

Einen Vergleichsvorschlag hatte die Deutsche Bank laut "Zeit" abgelehnt. Das Gericht habe vorgeschlagen, dass die Bank 775 Millionen Euro an Kirch und seine früheren Unternehmen zahlt, um auf diese Weise alle Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Das Institut habe den Vergleichsvorschlag allerdings umgehend zurückgewiesen.

Der Prozess soll am 19. Mai fortgesetzt werden. Weitere Termine sind für den 7. Juni, 8. Juni und 28. Juni angesetzt.

dapd