Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wendet sich gegen Forderungen nach einer Abschaffung des Bildungsföderalismus. Auf Entscheidungen über Bildungsfragen, die von den Länderparlamenten getroffen werden, hätten die Bürger mehr Einfluss als auf zentrale Beschlüsse in Berlin, argumentierte Spaenle am Dienstag in München.
Spaenle: Bildungsfragen müssen Ländersache bleiben
München (dapd-bay). Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wendet sich gegen Forderungen nach einer Abschaffung des Bildungsföderalismus. Auf Entscheidungen über Bildungsfragen, die von den Länderparlamenten getroffen werden, hätten die Bürger mehr Einfluss als auf zentrale Beschlüsse in Berlin, argumentierte Spaenle am Dienstag in München. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach plädieren 61 Prozent der Lehrer in Deutschland dafür, die Zuständigkeit für die Bildungspolitik auf den Bund zu übertragen.
Der Minister begrüßte aber den Wunsch einer Mehrzahl von Lehrkräften in Deutschland, vergleichbare Abschlussprüfungen an den Schulen zu schreiben. Vergleichbare Prüfungen erleichterten die Mobilität von Familien innerhalb Deutschlands, betonte er. Familien dürften nicht darunter leiden, wenn sie von Hamburg nach München oder von Düsseldorf nach Berlin zögen: "Wir müssen hier zugunsten der jungen Menschen in Deutschland für vergleichbare Bildungswege und Abschlüsse in allen Ländern eintreten, ohne dabei regionale Besonderheiten durch einen Zentralismus zu zerstören."
Deswegen habe er im vergangenen Jahr vorgeschlagen, "dass die Länder auf der Grundlage einheitlicher Standards für Bildungsabschlüsse normierten Pools von Musteraufgaben erarbeiten", sagte Spaenle. Aus diesen sollten sie jeweils ihre Prüfungen für Abitur, Mittleren Bildungsabschluss und Hauptschulabschluss zusammenstellen.
Fast drei Viertel der Lehrer hatten sich in der Umfrage dafür ausgesprochen, dass es in ganz Deutschland einheitliche Abschlussprüfungen an den Schulen gibt. Bayern (49 Prozent) und Baden-Württemberg (37 Prozent) schnitten wie schon in den Vorjahren bei der Frage nach den besten schulischen Rahmenbedingungen mit großem Abstand am besten ab. Es folgen Sachsen (17 Prozent), Nordrhein-Westfalen (10 Prozent) und Hessen (9 Prozent).
dapd
