Die Grünen warnen vor Panikmache über die Entwicklung der Strompreise bei einem Atomausstieg. Die hysterische Debatte müsse dringend mit konkreten Zahlen versachlicht werden, forderte die Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Bärbel Höhn, in der Zeitung "Rheinpfalz am Sonntag" laut einem Vorabbericht.
Grüne warnen vor Panikdebatte über Strompreise bei Atomausstieg
Berlin (dapd). Die Grünen warnen vor Panikmache über die Entwicklung der Strompreise bei einem Atomausstieg. Die hysterische Debatte müsse dringend mit konkreten Zahlen versachlicht werden, forderte die Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Bärbel Höhn, in der Zeitung "Rheinpfalz am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Es gebe keine ernsthafte Studie über derartige Preissprünge bei einem schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie, wie sie von Kernkraftbefürwortern aus Union, FDP und SPD an die Wand gemalt würden. Offenbar werde versucht, so eine Verschiebung des Atomausstiegs vorzubereiten.
Nach dem Abschalten von acht Kernkraftwerken sei der Preis an der Strombörse bei den kurzfristigen Transaktionen nicht gestiegen. Eine Untersuchung der Bundesregierung des vergangenen Jahres gehe von einer Erhöhung von weniger als 0,5 Cent pro Kilowattstunde in den nächsten Jahrzehnten aus, sagte Höhn, wenn man die Kernkraft schrittweise verlasse. Das liege im Bereich der normalen Schwankungen.
Nach Ansicht der Grünen-Politikerin lässt sich das leicht ausgleichen, "wenn endlich die monopolartige Stellung der Energieunternehmen REW und E.ON aufgebrochen wird".
Laut "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) beziffern Experten von Union und FDP die Zusatzbelastungen für einen raschen Ausstieg aus der Kernenergie nach groben Schätzungen allein bis 2015 auf rund 16 Milliarden Euro. Das wären durchschnittlich vier Milliarden Euro pro Jahr. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" haben erste regierungsinterne Berechnungen dagegen Belastungen für Bürger und Betriebe pro Jahr von etwa drei Milliarden Euro ergeben.
dapd
