Der Bonner Solarkonzern Solarworld fordert den zuletzt wegen seines Pro-Atom-Kurses in die Kritik geratenen Energieriesen RWE heraus. Nach eigenen Angaben ließ der Solarkonzern im Versorgungsgebiet von RWE mehrere tausend Plakate kleben, in denen die Kunden zum Wechsel aufgefordert wurden.
Solarworld fordert RWE heraus
Bonn (dapd-nrw). Der Bonner Solarkonzern Solarworld fordert den zuletzt wegen seines Pro-Atom-Kurses in die Kritik geratenen Energieriesen RWE heraus. Nach eigenen Angaben ließ der Solarkonzern im Versorgungsgebiet von RWE mehrere tausend Plakate kleben, in denen die Kunden zum Wechsel aufgefordert wurden. Dabei griff der Konzern den RWE-Werbespruch "VoRWEg gehen" in Design- und Farbgestaltung auf und verwandelte ihn in "WEg gehen".
Solarworld-Chef Frank Asbeck begründete die ungewöhnlich aggressive Anzeigenkampagne am Freitag im Gespräch mit dapd: "Wer für sich beansprucht, 'vorweg' zu gehen, der muss auch über die Richtung nachdenken und nicht dagegen klagen, dass man sich in Deutschland aktuell einen Moment besinnen möchte, um genau diesen Weg neu zu bestimmen." RWE habe bei der Laufzeitverlängerung und auch jetzt bei der Klage gegen das Atommoratorium "handstreichähnlich" agiert und müsse sich nicht wundern, wenn die Kunden weggingen.
Die Plakate werden nach Angaben von Solarworld flächendeckend im Versorgungsgebiet von RWE in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern geklebt. Sie zeigen ein Haus mit Solarzellen und das Motto "Strom ohne Atom".
Asbeck betonte, in den Versorgungsgebieten der anderen Atomkraftwerksbetreiber seien keine derartigen Aktionen geplant. "Denn wir sehen, dass man sich hier eine Atempause gönnt, um über Energieversorgung und die Sicherheit für die Bevölkerung nachzudenken und neue Wege zu beschreiten."
Von RWE war zu der Plakataktion zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
dapd
