Die seit Jahren ums Überleben kämpfende WestLB soll auf Druck der EU-Kommission zerschlagen werden. Die Eigentümer der Düsseldorfer Bank einigten sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Finanzministers Norbert Walter-Borjans darauf, die einst mächtigste Landesbank Deutschlands zu einer regionalen Sparkassen-Zentralbank umzubauen.
WestLB soll zerschlagen werden
Düsseldorf (dapd-nrw). Die seit Jahren ums Überleben kämpfende WestLB soll auf Druck der EU-Kommission zerschlagen werden. Die Eigentümer der Düsseldorfer Bank einigten sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Finanzministers Norbert Walter-Borjans darauf, die einst mächtigste Landesbank Deutschlands zu einer regionalen Sparkassen-Zentralbank umzubauen. Alle Bereiche, die für diese Aufgaben nicht benötigt werden, sollten verkauft oder in die bereits existierende "Bad Bank" ausgegliedert werden, hieß es am Freitag in Düsseldorf.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte: "Wir haben unsere Hausaufgaben pünktlich gemacht." Das Bundesfinanzministerium in Berlin betonte, es sei sehr zuversichtlich, der EU-Kommission nun bis zum Fristablauf um Mitternacht ausreichende Unterlagen übermitteln zu können.
Die Verbundbank-Pläne sehen eine radikale Verkleinerung des Geldinstituts vor. Die Bilanzsumme der Bank soll um drei Viertel auf nur noch rund 45 Milliarden Euro reduziert werden. Das benötigte Eigenkapital von 1 bis 1,5 Milliarden Euro wollen die Sparkassenverbände aufbringen.
Die Eigentümer beugten sich damit dem Druck aus Brüssel. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hatte zuletzt mit einer Abwicklung der WestLB gedroht, falls nicht bis Ende dieser Woche überzeugende Pläne für eine Restrukturierung des krisengeschüttelten Geldinstituts vorgelegt würden. Dabei hatte er keinen Zweifel daran gelassen, dass die EU das Verbundbankmodell als Zukunftskonzept deutlich favorisiert.
dapd
