Russland und die NATO nähern sich bei der Errichtung eines europäischen Raketenschirms weiter an. Es bestehe grundsätzliche Einigkeit, erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag zum Abschluss des zweitägigen NATO-Außenministertreffens in Berlin. Die Arbeiten an dem Schirm würden "energisch fortgeführt".
NATO und Russland bei Raketenschirm grundsätzlich einig
Berlin (dapd). Russland und die NATO nähern sich bei der Errichtung eines europäischen Raketenschirms weiter an. Es bestehe grundsätzliche Einigkeit, erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag zum Abschluss des zweitägigen NATO-Außenministertreffens in Berlin. Die Arbeiten an dem Schirm würden "energisch fortgeführt".
Man habe sich zwar noch nicht darauf geeinigt, wie und wo die Architektur für den Raketenschirm aufgebaut werde, sagte Rasmussen nach einer Sitzung des NATO-Russland-Rates. Aber es gebe das gemeinsame Ziel, ein NATO-System und ein russisches System zu installieren, die miteinander koordiniert werden sollten.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor den Willen zu einer langfristigen Kooperation "auf Basis einer gleichberechtigten Partnerschaft" von NATO und Russland beim Aufbau eines Raketenschirms bekräftigt. Einig sei man sich darin, dafür zwei Stützpunkte aufzubauen, einen für den Datenaustausch und einen für die Planung und Koordinierung von Operationen. Diese sollten der Dreh- und Angelpunkt eines gemeinsamen Vorgehens werden, erklärte Clinton laut Redemanuskript. Sie rief Moskau zugleich auf, im Gespräch - auch mit den Nachbarländern - die letzten strittigen Fragen zu klären.
Russland hatte beim NATO-Gipfel Ende des vergangenen Jahres in Lissabon das Angebot des Militärbündnisses über eine mögliche Beteiligung an der europäischen Raketenabwehr angenommen. Die ursprüngliche Pläne des früheren US-Präsidenten George W. Bush hatten für eine deutliche Abkühlung der Beziehungen zwischen der NATO und Russland gesorgt. Bush hatte vorgesehen, Komponenten in Polen und Tschechien zu stationieren. Russland betrachtete das als "Anschlag" auf seine nationale Sicherheit.
dapd
