Vorstand und Aufsichtsrat der Tognum AG haben ihren Aktionären geraten, das Übernahmeangebot von Daimler und Rolls-Royce abzulehnen. Das teilte der MDAX Konzern am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.
Tognum hält Übernahmeangebot für nicht angemessen
Friedrichshafen (dapd). Vorstand und Aufsichtsrat der Tognum AG haben ihren Aktionären geraten, das Übernahmeangebot von Daimler und Rolls-Royce abzulehnen. Das teilte der MDAX Konzern am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.
Das Angebot sei zwar aus unternehmerischer Sicht begrüßenswert. Dennoch hielten Vorstand und Aufsichtsrat nach umfangreicher Prüfung die Offerte von 24 Euro je Aktie für nicht angemessen. Bis 18. Mai haben die Aktionäre des Konzerns noch Zeit, ihre Anteile zum genanntem Preis abzugeben.
Der Stuttgarter Autobauer und der britische Triebwerkshersteller hatten Anfang März verkündet, dass sie den deutschen Motorenkonzern Tognum übernehmen wollen. Ihre Offerte entsprach am letzten Handelstag vor Bekanntwerden der Übernahmegerüchte einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Kurs der Tognum-Aktie. Seitdem die Übernahmepläne bekanntwurden, notiert die Aktie jedoch kontinuierlich bei mehr als 25 Euro.
Zahlreiche Anteilseigner und auch der Tognum-Vorstand monierten bereits, dass die Offerte zu niedrig sei. Der niederländische Allfinanzkonzern ING beispielsweise forderte mindestens 30 bis 32 Euro je Aktie.
Tognum baut Spezialmotoren unter anderem für Schiffe und Panzer. Das Unternehmen ging aus MTU Friedrichshafen hervor.
Daimler hatte MTU 2005 an einen schwedischen Finanzinvestor verkauft. Bereits 2008 beteiligte sich Daimler wieder mit 22,3 Prozent an Tognum. Inzwischen liegt der Anteil bei mehr als 28 Prozent.
dapd
