Er soll mehr verdienen als der bestbezahlte Chef eines Dax-Konzerns: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kassiert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienunternehmens Axel Springer, ein höheres Gehalt als VW-Chef Martin Winterkorn. Der Automanager bekam im vergangenen Jahr 9,33 Millionen Euro.
Millionär vom Dienst
Berlin (dapd). Er soll mehr verdienen als der bestbezahlte Chef eines Dax-Konzerns: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kassiert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienunternehmens Axel Springer, ein höheres Gehalt als VW-Chef Martin Winterkorn. Der Automanager bekam im vergangenen Jahr 9,33 Millionen Euro. Der studierte Musikwissenschaftler Döpfner dagegen soll 2010 rund 10 Millionen Euro verdient haben. Der Berliner Konzern bleibt in der Gehaltsfrage unkonkret: Die Gesamtvergütung des Vorstands habe im vergangenen Jahr bei 17,9 Millionen Euro gelegen, heißt es im Geschäftsbericht. Wie viel davon jeder Einzelne bekam, wird nicht verraten.
Am 1. Januar feierte Döpfner sein neuntes Jahr als Vorstandschef des Medienhauses, das populäre Titel wie "Bild", "Die Welt" oder "Hörzu" produziert. Der 48-Jährige, der als enger Vertrauter der Großaktionärin und Witwe des Konzerngründers Axel Springer, Friede Springer, gilt, zog bereits im Dezember 1999 in den Vorstand der Axel Springer AG ein.
Döpfner übernahm die Führung der Axel Springer AG in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Nachdem der Konzern schon im Boomjahr 2000 rund 50 Millionen Euro weniger Gewinn gemacht hatte als im Vorjahr (151 Millionen Euro), stand 2001 unter dem Strich ein Verlust von 198 Millionen Euro.
Döpfner verordnete dem Unternehmen einen rigiden Sparkurs. Er entließ 19 Prozent der 14.000 Mitarbeiter und trennte sich von unrentablen Tochterfirmen. Gleichzeitig nahm er den digitalen Markt in den Blick und richtete den Konzern verstärkt auf das Internetgeschäft aus. Mit diesen Maßnahmen führte Döpfner den Verlag ab 2002 wieder in die Gewinnzone und steigerte in den Folgejahren kontinuierlich die Profitabilität des Unternehmens.
Geboren wurde Döpfner 1963 in Bonn. Er wuchs als Einzelkind in Offenbach und Frankfurt am Main auf. Sein Vater Dieter Döpfner war Professor für Architektur, die Mutter Hausfrau.
Von 1982 bis 1987 studierte der spätere Medienmanager in Frankfurt und Boston Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft. 1990 promovierte er mit einer Arbeit über "Musikkritik in Deutschland nach 1945".
Seine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte Döpfner als Schüler in der "Initiative Jugendpresse". Ab 1980 schrieb er als freier Mitarbeiter für den Lokalteil der "Offenbach Post", ab 1982 für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" - zunächst als Musikkritiker, dann im gesamten Feuilleton.
1983 veröffentlichte Döpfner das Buch "Neue Deutsche Welle - Kunst oder Mode". Ab 1984 schrieb er als freier Autor neben der "FAZ" auch für die Schweizer "Weltwoche", die "Neue Zürcher Zeitung" und die Zeitschrift "Merian". Bei der "FAZ" übernahm er 1986 eine Redaktionsvertretung im Feuilleton, 1990 wurde er Benelux-Korrespondent der "FAZ".
Ende April 1998 wechselte Döpfner zum Springer-Blatt "Die Welt", am 1. Juli trat er die Nachfolge von Chefredakteur Thomas Löffelholz an. Döpfners Berufung war mit dem Auftrag verbunden, das seit Jahren defizitäre und angestaubte Flaggschiff der Springer-Presse zu einer modernen liberal-konservativen Tageszeitung umzugestalten.
Mitte Dezember 1999 wechselte Döpfner dann in den Vorstand der Axel Springer AG. Zum 1. Juli 2000 übernahm er dort die Verantwortung für das Ressort Elektronische Medien/Multimedia, zum 1. November den Bereich Zeitungen. Bis zum 31. Oktober 2000 blieb er außerdem Chefredakteur der "Welt".
dapd
