"Alt ist man nicht mit 50, ich sag: Selbst nicht mit 70" Fünf Minuten Müntefering

Mit einer schwungvollen Rede über die Teilhabe der älteren Generation hat sich der frühere Vizekanzler und Ex-SPD-Chef Franz Müntefering als Parlamentarier zurückgemeldet. Der 71-Jährige hielt am Donnerstag in Berlin seine erste Rede als Bundestagsabgeordneter seit knapp zwei Jahren.

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Fünf Minuten Müntefering

Berlin (dapd). Mit einer schwungvollen Rede über die Teilhabe der älteren Generation hat sich der frühere Vizekanzler und Ex-SPD-Chef Franz Müntefering als Parlamentarier zurückgemeldet. Der 71-Jährige hielt am Donnerstag in Berlin seine erste Rede als Bundestagsabgeordneter seit knapp zwei Jahren.

Um 18.19 Uhr trat Müntefering nach Erwin Rüddel (CDU) und vor dem CSU-Abgeordneten Norbert Geis (CSU) ans Rednerpult und startete seine fünfminütige Ansprache mit dem Philosophen Immanuel Kant. Dieser sei bei seinem 50. Geburtstag als "verehrungswürdiger Greis" tituliert worden. Heute lebten vier Millionen Menschen über 80 Jahre in Deutschland.

"Es verändert sich ganz viel", sagte Müntefering, der seit Dezember 2009 mit der 40 Jahre jüngeren Genossin Michelle Müntefering verheiratet ist. "Alt ist man nicht mit 50, ich sag: Selbst nicht mit 70". Es gelte zudem, "das Senioritätsprinzip ein bisschen Frage zu stellen". Das Alter sage "relativ wenig darüber aus" aus, ob jemand "recht hat oder nicht recht hat".

Fördern und fordern müsse man auch "an der Stelle", sagte der Initiator der Rente mit 67 in seinem typischen Duktus an die Adresse der Senioren und bekräftigte sein politisches Glaubensbekenntnis: "Es gibt in der Demokratie keinen Schaukelstuhl."

Sichtlich gut gelaunt zitierte der SPD-Politiker schließlich den französischen Philosophen Voltaire. "Da es förderlich ist für die Gesundheit, habe ich beschlossen, glücklich zu sein." Es sei eben "auch eine Frage der Einstellung, wie man sich dem Alter nähert", lautete "Müntes" entspanntes Fazit.

dapd