Besuch der Frauenkirche und des Grünen Gewölbes - Rundgang durch die historische Altstadt Königin Beatrix in Dresden

Königin Beatrix der Niederlande hat am dritten Tag ihres Deutschlandbesuchs in Dresden Station gemacht. Dort besichtigte sie am Donnerstag die wiederaufgebaute Frauenkirche in der historischen Altstadt. Zudem informierte sie sich über die Solarindustrie in Sachsen.

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Königin Beatrix in Dresden

Dresden (dapd-lsc). Königin Beatrix der Niederlande hat am dritten Tag ihres Deutschlandbesuchs in Dresden Station gemacht. Dort besichtigte sie am Donnerstag die wiederaufgebaute Frauenkirche in der historischen Altstadt. Zudem informierte sie sich über die Solarindustrie in Sachsen. Kronprinz Willem-Alexander warb mit Blick auf das Reaktorunglück von Fukushima für weitere Anstrengungen beim Ausbau erneuerbarer Energien.

In dem Gotteshaus entzündete die Monarchin am zerstörten Original-Kuppelkreuz ein Friedenslicht. Anschließend unternahm sie einen knapp einstündigen Rundgang durch die Innenstadt. Dabei winkte sie immer wieder den Menschen zu. Zahlreiche Schaulustige hatten trotz Dauerregens vor der Kirche ausgeharrt. Bei ihrer Ankunft in der Innenstadt brandete Jubel auf. Die Frauenkirche war während des Zweiten Weltkriegs zerstört und nach dem Mauerfall mit Spenden aus aller Welt wiederaufgebaut worden. Das Original-Kuppelkreuz schmolz damals im Flammeninferno.

Die Kirche gilt weltweit als ein Zeichen der Versöhnung und Verständigung. Die Königin selbst hatte bei ihrem letzten Besuch in Dresden im Jahr 1998 einen Bogenstein für die Kirche gestiftet. Zum Abschluss des Rundgangs besichtigte sie die legendäre Kunstsammlung "Grünes Gewölbe" im Residenzschloss.

Am Vormittag hatten Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und seine Frau Veronika die Königin und deren Sohn, Kronprinz Willem-Alexander sowie dessen Frau, Prinzessin Maxima, am Flughafen in Empfang genommen. In der Staatskanzlei trug sich die Königin in das Gästebuch des Freistaates Sachsen ein. Begrüßt wurde die königliche Familie vom Schneeberger Musikkorps und den Dresdner Kapellknaben. Der junge Chor sang das Lied "Lob und Preis" des Dresdner Komponisten Heinrich Schütz.

Am Nachmittag besuchte die Königin den Solarmodule-Hersteller Solarwatt und den Fraunhofer-Campus, um sich über Hochtechnologie in Sachsen zu informieren. Die Solarwatt AG war 1993 als Zwei-Mann-Firma gegründet worden und beschäftigt heute nach eigenen Angaben 480 Mitarbeiter. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete, gilt als führend bei der Herstellung von Solarmodulen und Anbieter von Photvoltaik-Systemen.

Bei einer Wissenschafts-Tagung betonte Kronprinz Willem-Alexander vor deutschen und niederländischen Solarexperten, die Ereignisse in Japan hätten gezeigt, was für gewaltige Kräfte die Natur habe. Es habe sich aber auch gezeigt, wie wichtig es sei, den Anteil von Wind, Sonne und Wasser bei der Energieerzeugung zu steigern. Mit Hilfe der Sonne wäre es möglich, "unser Energieproblem zu lösen".

Der Kronprinz hielt seine Rede vor Solarexperten, die sich in Dresden auf dem Fraunhofer-Campus zu einer Tagung zusammengefunden hatten. Die Wissenschaftler nahmen die Rede mit großem Beifall auf. Das Besuchsprogramm in Dresden ging am Abend mit einem Treffen mit Schülern und Studenten in der Palucca Hochschule für Tanz zu Ende. Die jungen Tänzer zeigten Proben ihres Könnens. Eine 17-jährige Tänzerin sprach danach von einer großen Ehre. "Man tanzt ja nicht jedes Mal vor einer Königin."

Königin Beatrix weilt zu einem viertägigen Staatsbesuch auf Einladung von Bundespräsident Christian Wulff in Deutschland. Nach ihren Stationen in Berlin und Dresden reist sie am Freitag weiter nach Nordrhein-Westfalen.

dapd